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Äthiopien - unsere Reise zur Wiege der Menschheit
Teil II

(Reisebericht vom Juli/August 2011)

Nachdem wir in den ersten Tagen bereits Unmengen an interessanten, unvergesslichen, aber auch zum Teil erschütternden Eindrücken am Horn von Afrika sammeln konnten, machten uns am nächsten Tag früh morgens auf den Weg in den Süden des Landes. Eines unserer Reiseziele bestand ja darin, möglichst viele der zahlreichen Stämme und ethnischen Minderheiten zu besuchen. Von vielen hat man schon mal gehört, etwa von den Völkern im Omo-Tal. Hier leben Mursi und Karo, Dasenet, Hamer, Banna, Konso und noch viele andere. Auf unserer Fahrt durchquerten wir das Gebiet des Borena Volkes (Halbnomaden), das rund eine Mio. Rinder besitzt. Schließlich ging unsere Entdeckungstour weiter durch die terrassierten Berghänge der Konso. Während der Fahrt kamen wir auch durch die Heimat der Banna, der Ari und der Tsemai.

Die Äthiopier sind sehr arm. Ein normaler Arbeiter verdient etwa zwischen 800 und 1.600 Birr im Monat (ca. € 35 - 70). Auch die Mitarbeiter der staatlichen Verwaltung (etwa der Ministerien) verdienen nicht mehr. Dies reicht gerade einmal, um 50 kg Mehl zu kaufen. Für Kleidung oder eine Wohnung bleibt oft fast nichts mehr übrig. Aus diesem Grund versuchen viele Leute beim Militär oder bei der Polizei einen Job zu finden. Dort erhalten sie neben dem Lohn, auch die Unterkunft und die Verpflegung sowie ein paar Schachterl Zigaretten. Wie uns unser Guide Alex erzählte, ist die Inflation besorgniserregend hoch und bald nicht mehr verkraftbar. Um die Situation ein bisschen zu verbessern, müssen auch die Frauen arbeiten. Oftmals müssen sie schwere Lasten tragen. Zur Verdeutlichung nannte uns Alex folgenden Vergleich: Ein Esel trägt rund 50 kg. Ein Frau muss aber Lasten (oft etwa Brennholz) bis zu 70 kg bergauf und bergab tragen und erhält dafür lächerliche 15 Birr oder 1 US $ pro Tag!

Wie viele andere Stämme betreiben auch die Banna Landwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau. Zu Beginn der Regenzeit bauen sie Hirse, Sesam und Mais an und überlassen dann die Felder sich selbst, währenddessen ziehen sie mit ihren Ziegen, Schafen und Rindern als Halbnomaden umher. Berühmt ist hier der Initiationsritus für junge Männer, das sog. „Bullenspringen“. Dabei werden Stiere nebeneinander aufgestellt und die jungen Burschen müssen es schaffen, über diese Stiere zu springen.

Auf den ausgedehnten Fahrten hatten wir natürlich auch Zeit, um über Land und Leute, Kurioses usw. zu reden. Reiseleiter Alex berichtete uns über seine Erlebnisse im „Spitzelstaat Äthiopien“ - ähnlich wie in der ehemaligen DDR. Man muss wirklich immer aufpassen, wer was zu wem sagt. Überall könnte ein Spitzel (dies sind auch oftmals Vater, Mutter, Bruder oder auch sonst nahe Verwandte) lauern. Oftmals reichen harmlose Gespräche bereits aus, um ins Gefängnis gesteckt zu werden oder gar für immer zu verschwinden. Bei Nacht und Nebel kommen die Schergen der Militärjunta, schlagen, vergewaltigen und töten oft auch die „Verräter“. Die Staatsgewalt schützt auch die Kinder nicht. Auch hier gäbe es viel zu berichten; wegen der Brutalität und Grausamkeit möchten wir dies hier jedoch nicht wiedergeben.

In Äthiopien haben auch die Tiere einen besonderen Wert. So erzählte uns unser Fahrer von einem besonderen Erlebnis: Während der Fahrt auf einem der Highways ist ihm ein Ziegenbock ins Auto gelaufen und wurde bei dem Unfall getötet. Beim Gespräch mit dem Besitzer über den Schaden erfuhr er, dass der Wert eines Bockes bei etwa 300 Birr lag. Der Bauer verlangte allerdings 900 Birr. Auf die Frage, warum er so denn viel verlange, erklärte dieser, dass ein zweiter Ziegenbock dabei war und dieser einen Schock erlitten hat. :-) Noch viel teurer wird es übrigens bei weiblichen Ziegen!

In der Süd-Omo Region besichtigten wir ein interessantes, kleines Privatmuseum, das Einblicke in die verschiedene Völker und ihre Lebensweisen bietet. Am Abend genossen wir ein ausgezeichnetes landestypisches Abendessen in unserer Lodge in Jinka und feierten gemeinsam mit unseren neuen Freunden Sandras 30. Geburtstag im fernen Afrika!


die halbnomadischen Borena-Männer
beim Tränken ihrer Zebus


Coca-Cola gelangt durch fleißige Trägerinnen
in die abgelegensten Orte


weise Männer auf Wanderschaft

afrikanische Landschaftsbilder -
ein Genuss für Auge und Kamera

Hirse ist neben Teff eines der
wichtigsten Grundnahrungsmittel in Äthiopien


Papa nimmt den Häuptling genau unter die Lupe


das Horn am Kopf verrät
die Rangordnung

kunterbunter Wochenmarkt des Oromo-Volkes

am Viehmarkt herrscht Hochbetrieb


Fotografieren von Baustellen und Ölbohrungen ist
nicht erlaubt und wir werden sofort
zum Weiterfahren aufgefordert


kurze Fotopause und im Nu sind wir von Kindern umgeben


Kugelschreiber und Hefte sind beliebte Geschenke


was ist das bloß?
Essbares oder doch etwas zum Spielen?


Memory spielen auf der (fast unbefahrenen)
Hauptstraße


noch schnell ein Gruppenfoto bevor
die Spielsachen probiert werden


überall neben der Straße werden Wasserkanister
zum Kauf angeboten


Wasserausgabetag in Konso


der typische farbenfrohe Glockenrock der Konso-Frauen


farbenprächtige Schönheiten der Natur


die Straßen müssen mit den Viehherden geteilt werden


Probieren geht über Studieren


Marktbesuch in Key Afer, dem Hauptort der Banna


Sandras neue Freunde

die Frauen übernehmen die Geschäfte am Markt

Heimbringerdienst für die Banna-Männer


Eintauchen in eine andere Welt


die Männer tragen die hölzernen Schemel als
Sitzgelegenheit bzw. Nackenstütze immer mit sich


gehandelt werden vor allem Feldfrüchte
wie Hirse, Mais und Teff


knappe Hüfttücher ziehen unsere Blicke auf die Banna-Männer ;-))


Papa hält das rege Treiben mit der Kamera fest

Muschelbänder, Armringe, Halsketten - alles dient der Dekoration
(als Kopfbedeckung wird oft eine Kürbisschale verwendet)

auch die Geselligkeit kommt am Markt nicht zu kurz


SIM-Karten oder andere auffällige
Gegenstände sind beliebte Ohrringe


dunkelbraune Schönheiten

auf Körperschmuck wird viel Wert gelegt

Souvenirs für die Einheimischen (und die wenigen Touristen)


die aufgesteckte Feder zeigt einen heiratsfähigen Mann
- er ist auf dem Markt auf Brautschau


wir sind begeistert und überwältigt von
Kultur, Volk und Markttreiben


Happy Birthday, Sandra!


Sandra feiert ihren 30. Geburtstag
heuer im fernen Äthiopien


Alex und Devi überraschen Sandra mit einem
Ständchen und einer improvisierten Geburtstagstorte

ein paar selbst mitgebrachte Jägermeister dürfen
bei der kleinen Feier natürlich nicht fehlen ;-)

Prost, auf dich Sandra!


glugg, glugg, glugg


äthiopische Musik als kleines
Geburtstagsgeschenk

ein unvergesslicher und einzigartiger Geburtstag geht zu Ende
- DANKE!