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"Der Dschungel ruft!" -
zu Besuch bei den Buschmännern im Regenwald Ecuadors

Bericht unserer diesjährigen Vormoos Online-Reise
August 2007

Auf den Spuren Alexander von Humboldts - unter dieses Motto stellten wir unsere diesjährige Reise in eine andere Welt: nach Ecuador. Als eines der Hauptziele galt es, die Partnergemeinde des Moosdorfer Friedensdialoges Ayora (Projekt "Twin Villages" - Lernpartnerschaft für nachhaltige Entwicklung) zu besuchen und kennen zu lernen sowie die Vielfalt des Landes zu entdecken. Bekannt durch seine extremen Gegensätze (hohe aktive Vulkane - tiefe fruchtbare Täler; Frost im Hochgebirge - schwülheiß im Regen- und Nebelwald, arm und reich) erkundeten wir das Amazonastiefland, genossen die ecuadorianische Kultur und folgten der Straße der Vulkane quer durch das Land.

Die Vorbereitungen für unsere diesjährige Erkundungsreise waren (wie bereits in den Vorjahren) relativ stresslos und vor allem ziemlich kurzfristig. Vielmehr zeichnete sich das Wochenende vorher durch unsere Aktivitäten mit unseren FreundInnen aus (Gstaiger Dult, Jacky-Heimkehrfeier, Überraschungsabschiedsfeier beim Wirt z'Vormoos uvm.). Vollbepackt mit den wichtigsten Reiseutensilien wie Fotoapparat, Kamera, 2 Liter von Omas Zwetschkenschnaps (lebensnotwendige Medizin ;-)) und vorsichtshalber einigen Rollen Klopapier starteten wir am Montag um 4.00 Uhr morgens Richtung München, um zeitgerecht für den Abflug München - Madrid bereit zu sein. Erste Überraschung war der Flughafen in Madrid: topmodern, überwältigende Größe, äußerst sauber - kurz gesagt beeindruckend. Nach einer Gesamtflugzeit von 14 Stunden mit Iberia (Airbus A 340-600) über den großen Teich erreichten wir endlich die Hauptstadt Quito. Nicht zu glauben, dass so ein Riesenvogel auf einem relativ kleinen Flughafen mitten in der Stadt landen kann! Hier hat sich die Crew wirklich ein Lob verdient. Nun waren wir also in Quito, einer der schönsten Städte Südamerikas und südlich des Äquators.

Unsere ersten Eindrücke von Land und Leute könnt ihr weiter unten nachlesen... Viel Spaß!


Jägermeister und Cola Rum
- damit läßt sich's gut feiern


Überraschungs-Abschiedsbesuch unserer FreundInnen:
schön, dass ihr da ward!


Mama Christa und Papa Pepi
beim gemeinsamen Abschiedsfoto


erstes Nickerchen bereits in München

der Airbus A 340-600 wartet bereits und ist bis auf den letzten Platz gefüllt

"über den Wolken, muss die Freihheit wohl grenzenlos sein..."


nach einer 14stündigen Flugzeit betreten wir ecuadorianischen Boden


guten Morgen, Schlafmütze Edith und
fleißiges Schneiderlein Sandra *gg*


schlemmen, was das Herz begehrt

Blick über das nördliche Quito

der Präsidentenbegleiter mit seiner BMW

zu Besuch bei Christl und Ernesto -
Danke für eure Gastfreundschaft!

hier gibts viel zu fotografieren


das Wohnhaus von Christl und Ernesto in Tumbaco (Quito)


eine gemütliche Kaffeepause in der Morgensonne

Enrique und Pepi planen die Fahrt in den Oriente
(mit Händen und Füßen werden die Verständigungs-
schwierigkeiten tadellos gemeistert)


Zwischenstopp in Papallacta, um in den heißen
Thermalbädern zu baden (auf 4.000 m Höhe)


angenehme 50 Grad bei Eiseskälte

Winterkleidung ist hier das ganze Jahr über notwendig


eine der endlosen Baustellen (80 km Schotterstraße!)


Kaffeepause im Café Tortuga (Schildkröte) in Tena

beim Sport zählt die Action - Rafting im Fluss


gemeinsames Abendessen in Misahuallí


Unsere erste Nacht in 2.850 m Höhe verlief problemlos und bereits am nächsten Tag starteten wir unsere Erkundungstour in den Oriente (Amazonastiefland). Enrique, unser ausschließlich spanisch-sprechender Chauffeur schaukelte uns sicher (aber spektakulär ;-)) durch die vielen Löcher der Highways. Auch die Panamerikana (Verbindungsstraße von Alaska bis Feuerland) gleicht an manchen Stellen eher einem heruntergekommenen Feldweg als einem modernen Highway. Trotzdem fahren hier die 50 oder gar 60 Tonner mit gelassener Ruhe durchs Land. Die zahlreichen Löcher in der Schotterstraße (Baustellen von mehr als 50 km sind an der Tagesordnung) zwangen auch uns des öfteren zum Langsamfahren. Und ist die Straße neben den vielen Löchern doch mal asphaltiert oder gepflastert, dann werden eben künstliche Hindernisse durch schlafende Polizisten geschaffen. Hier werden sogar "RaserInnen" zum Bremsen gezwungen. Und ans Autowaschen braucht man hier gar nicht erst denken, denn am Abend wären geputzte Fahrzeuge ohnehin wieder mit einer dicken Staubschicht bedeckt.

Unser erster Zwischenstopp, nach einer Fahrt über einen 4.000er Paß, waren die heißen Thermalbäder in Papallacta. Bei saukalter Witterung (unter 10 Grad) schlüpften wir in unsere Badekleidung und sprangen schnurstraks ins heiße Wasser. Wirklich angenehm, in dieser Kälte das heiße Thermalwasser vulkanischem Ursprangs zu genießen. Nach einem mehrstündigen Badeaufenthalt in den Höhen Papallactas setzten wir unsere Reise in den Oriente nach Misahuallí fort, um noch vor Einbruch der Dunkelheit vor Ort zu sein. Von 4.000 m gings also wieder durch eine endlos scheinende Baustelle ans Ufer des Rio Napo. Unmittelbar nach der Gummistiefelanprobe am nächsten Morgen starteten wir bei Sonnenaufgang unsere Expedition Dschungel. Mit dem Kanu gings 50 km flussabwärts in die Tiefen des Regenswaldes zu unserer Jungle-Lodge. Bereits die Fahrt auf dem mächtigen Rio Napo zeigte uns: hier heißts aufpassen. Riesige Stromschnellen, Sand- und Schotterbänke sowie Treibholz zwangen uns des öfteren zum Ausweichen und Anschieben :-)). Nach etwa 1 1/2 Stunden Fahrt erreichten wir schließlich unsere einsame, schlichte und gemütliche Jungel-Lodge. Genau das richtige, für ein paar Tage Abenteuer im Dschungel!

Nachdem wir unsere Dschungelführer Leonardo und Pierre kennengelernt haben, machten wir Bekanntschaft mit Miguel, einem überaus farbenprächtigen und launischen Ara, der hier in der Lodge regiert (und das Sagen hat!). Leonardo (ein richtiger Naturkenner) führte uns schließlich in den tiefsten Dschungel, zeigte uns die Geheimnisse des Regenwaldes und erklärte uns fachkundig Flora und Fauna. Junge Balsastämme stehen neben uralten Urwaldriesen (600 Jahre), auf dessen Wurzeln die Indios trommelten, um sich zu verständigen. Leonardo informierte uns ausgiebig, welche Früchte genießbar sind bzw. welche zu Durchfall oder zum Tod führen und welche Pflanzen wir berühren dürfen und welche gesundheitsbedrohende Wirkungen hervorrufen. So führt etwa der Kontakt mit einer besonderen Liane zu stundenlangen Lähmungserscheinungen. Wunden werden in dieser Gegend immer noch mit Drachenblut (sangue del drago), dem Harz eines Urwaldbaumes, behandelt...


Zoraida erklärt uns die Ziele unserer Dschungeltour

Gummistiefeln als wichtigstes Utensil für die nächsten Tage

Moment - ein kurzer Dreh!

eine kleine Siedlung am Rio Napo

die nächsten Tage verbringen wir abseits der Zivilisation

"schicke" Schwimmwesten sollen Sicherheit bieten


unser Landesteg!


zauberhafte Orchideen wachsen hier wild

herrliche Blüten wohin man schaut

Miguel, der eigensinnige Wächter unserer Lodge

mmmhhh, Chiquita! ;-))

oben drüber, unten durch ...
Sandra sportelt im tiefsten Dschungel *gg*

Drachenblut als Allheilmittel des Regenwaldes


Leonardo und Pierre, unsere Dschungelexperten


Leonardo hat sich ein
sexy Röckchen geflochten

Achtung, Spinnen von oben!

Exotik prägt den Regenwald

einfach dicht - einfach Dschungel

Leonardo und Pepi vor einem 600 Jahre
alten Urwaldriesen

bei den Kostproben ist Vertrauen Voraussetzung

Spinnenalarm - absolut tödlich!


Mutation der Natur???
(Scherz am Rande)


geschafft?

und jetzt ein erfrischendes Bad im Rio Napo

auf meinem Teller liegt ein Piranha -
was mach ich bloß?

Pepis origineller Natur-Sockentrockner


Nach der einmaligen Dschungeltour und einer kurzen Siesta erwartete uns am Nachmittag unser persönliches Highlight: der Besuch einer Indiofamilie. Unvorstellbar, in welcher Einfachheit die Menschen hier wohnen, leben, alt werden und trotzdem glücklich und zufrieden sind!!! Gemeinsam mit Leonardo besuchten wir eine Familie mit 7 Kindern, die auf einem Raum von etwa 3 x 4 m lebt. In der Mitte des Raumes befindet sich auf einer großen Sandkiste die Feuerstelle, der Rest der "Küche" dient als Kochstelle, Aufenthaltsraum und Schlafstelle. Der Rauch des Feuers ist notwendig, um die auftretenden Mückenschwärme abzuhalten. Gegessen wird, was die Natur bietet: Manjok, Kartoffeln und Bananen in jeder möglichen Form stehen täglich auf dem "Speiseplan". Trotz unserer eingeschränkten Spanisch - und Quechuakenntnisse erfuhren wir viele interessante Details aus dem Leben der indigenen Bevölkerung. Als kleines Dankeschön für die nette Aufnahme schenkten wir den Kindern Stofftiere und Süßigkeiten - die strahlenden und dankbaren Kinderaugen werden uns ewig in Erinnnerung bleiben!

Schade, dass der Tag im Dschungel nicht so lang ist, um unsere Neugierde zur Gänze zu stillen und so mussten wir schließlich aufbrechen, um am Rio Napo noch ein paar Nuggets Gold zu schürfen. Leider hatten wir scheinbar nicht den richtigen Tag oder die richtige Stelle erwischt, um Mama bei unserer Rückkehr mit einer Unze Gold zu überraschen :-). Aber Gold gibt's hier, das ist erwiesen. Vor Einbruch der Nacht (das geht in Äquatornähe übrigens ziehmlich schnell, um 18 Uhr ist es meist stockfinster) hieß es schnell zurück zu unserer Lodge, um unser Abendessen - die frisch gefangenen Piranhas - nicht zu lange auf uns warten zu lassen. Nach dem "Candle-Light-Dinner" *gg* (es gibt nur Kerzenlicht, keinen Strom) zückten wir die Spielkarten und lernten unserem Dschungel-Guide Leonardo das "Untern ansetzen". Kurz vorm Schlafengehen hat uns noch der Tipp des Tages erreicht: Bloss nicht schauen, welche mehrbeinigen Zimmergenossen (Spinnen, Käfer udgl.) mit einem das Bett teilen - sonst kann man gewiss nicht schlafen.

Mit dem neuen Tag kehrt auch im Dschungel das Leben zurück: eigenartige und doch auch laute Urwaldgeräusche (Grillen, Insekten, Vögel usw.) ersetzen das Morgenradio und unterhalten die Gäste beim Frühstück in der Lodge. Nach diesen unvergesslichen Tagen in der Einsamkeit des Regenwaldes ging unsere Reise mit dem Kanu nach Ahuano weiter. Hier zeigte uns eine Indiofrau die Kunst der Keramikerzeugung. Anschließend erfuhren wir in einem kleinen Museum von der Tradition und den Gebräuchen der Indios.

Schließlich war es schon wieder an der Zeit, den Oriente zu verlassen und die Rückfahrt nach Quito anzutreten. Unser Fahrer Enrique erwartete uns bereits in Mishuallí und fuhr mit uns über Puyo, Banos, Pelileo und Ambato zurück nach Quito. Unsere Fahrt führte uns auch am aktiven Tungurahua vorbei, der zu unserer Begrüßung sein Haupt freilegte, einen kräftigen Rülpser machte und eine gewaltige Rauchwolke aus seinem Schlot aufsteigen ließ. Ein netter Zug von ihm! Der Tungurahua ist übrigens erst vor einem Jahr, im August 2006, zum letzten Mal ausgebrochen und hat mehrere Dörfer am Fuße des Vulkans in Schutt und Asche gelegt. Laut GeologInnen könnte es jederzeit zu einem neuerlichen Ausbruch kommen...

Am Abend unserer Rückkehr nach Quito wurden wir bereits von unserer ehemaligen Nachbarin Christl Wasner und Ernesto erwartet, mit denen wir die nächsten Tage gemeinsam verbringen und viele unvergessliche Momente erleben durften!


Carla und Carlo
Indio-Geschwister im Dschungel

die einfache, aber effektive Dschungelschule:
momentan sind jedoch Sommerferien

Edith und Pepi müssen nachsitzen -
und das im Dschungel

die Kleinen passen auf die noch Kleineren auf

zu Besuch bei einer 9köpfigen Familie

spannend und schockierend zugleich -
wir lauschen gespannt den Erzählungen Leonardos


mitten in der Hütte: die hölzerne Feuerstelle


lebensnotwendig: das Wörterbuch,
unser treuer Begleiter

das wenige Kücheninventar und die gesammelten Essensvorräte
auf einen Blick

frische Chicha: traditionelles Indiogetränk

dieses hübsche Mädchen ist bald im heiratsfähigen Alter -
mit 14 Jahren sucht der Vater ihren künftigen Mann aus

hier zählt nicht Zeit, Macht und Geld, sondern vor allem die Familie

Stofftiere aus Österreich sorgen
für strahlende Kinderaugen

Haribo macht Kinder froh!

zum Abschied ein Erinnerungsfoto

Leonardo schminkt Sandra mit permanenter Naturkosmetik

Adiós y hasta luego!
Vielen Dank für die unvergesslichen Stunden bei euch!


das Fortbewegungsmittel der Einheimischen: der Einbaum


Edith, frisch gestrichen *gg*

gemütlich: gemeinsames Unternansetzen bei Kerzenschein

Freundschaft im Dschungel

Sonnenaufgang über dem Rio Napo

manuelle Töpferei in Ahuano

als Pinsel dienen Kinderhaare

eine kleine Indio-Lady

Edith auf der Suche nach Souvenirs

mutig: Joél mit einem kleinen Kaiman

guckguck - wer bin ich?

Dschungel-Brüder???

Tukan Pauli genießt das Blitzlichtshooting

Waschtag am Rio Napo

Straßenbau durch den Regenwald


Abstieg zum Wasserfall "Paillon del diablo" (Teufelstanz)


Sandra, Pepi und Enrique vor dem
gewaltigen Wasserfall

diese Hängebrücke wäre bei uns längst gesperrt -
hier ist das alltagstauglich!

jetzt eine Tasse Kaffee vor der berauschenden Kulisse

spektakulär: Seilbahn über dem Wasserfall

Lebensmittel, aber auch Menschen -
alles wird mit der Seilbahn transportiert

die Zentrale: ein Dieselmotor mit Getriebe steuert die Seilbahn

Fotostopp: der Tungurahua ist frei und raucht!


beeindruckend und unfassbar


das Lavafeld vom vorjährigen Ausbruch des aktiven Vulkans

Ambato in der Abendsonne - im Hinterbrund der Cotopaxi

 

Das waren unsere ersten Eindrücke aus dem fernen Ecuador.Wie wir in unserer Partnergemeinde Ayora aufgenommen und empfangen wurden, erfährt ihr in unserem nächsten Bericht.

Seid gespannt und schaut wieder vorbei!
Wir freuen uns auf Euren Besuch!

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