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"Freundschaft über Kontinente"
zu Besuch in der Moosdorfer Twin-Village-Partnergemeinde Ayora
Bericht unserer diesjährigen Vormoos Online-Reise
August 2007

Nach einigen Tagen Abenteuer im Oriente fand der "offizielle" Teil unseres Ecuadoraufenthaltes statt: der Besuch der Moosdorfer Partnergemeinde Ayora (kleine Gemeinde in der Nähe von Cayambe mit ca. 5.000 EinwohnerInnen). Unsere Mission war klar definiert: Ayora kennenzulernen, persönliche und hoffentlich langjährige Kontakte mit den Verantworlichen der Gemeindevertretung sowie den Einheimischen zu knüpfen und auf diesem Wege eine Freundschaft über Kontinente aufzubauen und zu festigen. Der Grundstein dieses Vorhabens wurde bereits im Vorjahr vom Moosdorfer Friedensdialog gesetzt. Im Rahmen des Projektes "Twin Villages - Lernpartnerschaft für globale Gerechtigkeit" hat sich der Moosdorfer Friedensdialog bereit erklärt, mit Ayora eine Patenschaft abzuschließen und die Gemeinde bei einigen Projekten zu unterstützen. Eines dieser Projekte ist die Errichtung einer Bibliothek/Mediathek in der "Casa de la Cultura" in Ayora. Ein nicht unwesentliches Ziel unserer Reise war deshalb auch, uns an Ort und Stelle davon zu überzeugen, ob Moosdorf mit Ayora den richtigen Partner gefunden hat.

Voller Ungewissheit und mit einem doch etwas mulmigen Gefühl im Bauch machten wir uns gemeinsam mit unseren Freunden und Helfern Christl und Ernesto auf der Panamericana auf den Weg Richtung Norden. Der "Highway" zieht sich von Quito nördlich über Cayambe nach Otavalo (mit dem berühmten Poncho-Markt) über Ibarra nach Kolumbien. Die Panamericana ist eine beliebte „Rauschgift-Schmuggelroute“ und so braucht man sich über die zahlreichen Polizeikontrollen wahrlich nicht wundern. Nach etwa zwei Stunden Autofahrt erreichten wir die Bezirksstadt Cayambe und lernten dort unseren bis dato unbekannten aber für unsere Mission sehr bedeutenden „Helfer“ Klaus Giesecke kennen. Klaus ist bereits vor Jahren gemeinsam mit seiner Frau Marianne als Entwicklungshelfer von Deutschland nach Südamerika ausgewandert und betreibt in seiner Wahlstadt Cayambe das gemütliche Cafe "Aroma" (Insidertipp!). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, der auch der frühere Präsident und Initiator der ecuadorianischen Seite Gabriell Serrano beiwohnte, war der Bann des Fremdseins schnell gebrochen. Auf Spanisch und Deutsch, mit Händen und Füßen wurden die Ziele, Erwartungen und Befürchtungen beider Partner dargelegt und diskutiert. Die Nachhaltigkeit dieser Partnerschaft ist nicht nur für Moosdorf vielversprechend: die wichtigen Werte des Lebens zu finden (zu sich selbst, zu Familie und Freunden und zu den Mitmenschen) und die gegenwärtige Herrschaft von Zeit und Geld zu überdenken.

Um uns ein Bild von unserer Partnergemeinde zu machen, unternahmen wir unmittelbar nach unserer Ankunft einen kurzen Spaziergang durch das friedliche Ayora. Die Gemeinde liegt auf einer Höhe von etwa 2.800 m und hat 9 Ortschaften mit eigenen Schulen. In Ayora gibt es eine Grund- und eine Sekundarschule mit Sportplätzen, eine Pfarrkirche und eine Krankenstation sowie einen kleinen Park im Ortszentrum. Im Laufe der nachmittäglichen Gemeinderatssitzung, bei der neben dem gegenwärtigen Bürgermeister auch der gesamte Gemeinderat anwesend war, wurden ausführliche Gespräche über das Projekt geführt, Stellungnahmen und Erwartungen offengelegt und ein erstes Kennenlernen angestrebt. Zum Abschluss des heutigen Tages wurden wir in der Casa de la Cultura von den Kindern aus Ayora erwartet und mit einem liebenswürdigen Programm überrascht. Es wurden Geschichten vorgelesen, Sagen und Mythen nachgespielt und gemeinsam gelacht und getanzt. Vielen Dank für diesen herzlichen und unvergesslichen Empfang in Ayora!


der Hauptplatz von Cayambe
mit der Pfarrkirche


Pepi und Klaus bei der "Routenplanung"


Ex-Präsident und ecuadorianischer Initiator
der Friedensmission: Gabriel Serrano


Bienvenidos - herzlich Willkommen in Ayora!

die Kinder aus Ayora überraschen uns mit einem
unvergesslichen Empfang in der Casa de la Cultura

die kleine Fatima im Festtagskleid


Sondersitzung des Gemeinderates - extra für uns!


zwei Ayoraner begrüßen uns

jede(r) versucht besondere Spezialitäten zu verkaufen
- hier gibts gegrillte Därme und Innereien

die noch spärlich ausgestattete Casa de la Cultura in Ayora


Pepi und Edith sind von der ecuadorianischen
Gastfreundschaft überwältigt


Sandra ziehts zu den Kleinen...


das Programm beginnt mit Einblicken in die
mythenumworbene Geschichte des Landes

die kostspiele Festtagstracht
der Ayoranerinnen

Schokolade aus Österreich als kleines
Zeichen der Dankbarkeit

eine handgestickte Kostbarkeit für die Delegation
des Moosdorfer Friedensdialoges


zum Abschluß ein gemeinsamer Tanz mit den Kindern


schnell sind Freundschaften geschlossen: Sandra, Rocío und Edith


unser abwechslungsreiches, aber stressiges Programm für die nächsten Tage


Übernachtung direkt am Äquator -
der offene Kamin wärmt in den saukalten Nächten

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um all die extra für uns zusammengestellten Programmpunkte einhalten zu können. Bereits um 8 Uhr trafen wir uns gemeinsam mit VertreterInnen des Gemeindevorstandes zu einer Führung in der Milchsammelstelle mit Käseproduktion in Santo Domingo I. Anschließend fuhren wir einige Kilometer auf mit Steinen gepflasterten Straßen zur modernen Rosenzuchtplantage von „Greenrose“. Fünfzehn Hektar Rosenmeer und eine Blüte schöner, exotischer und farbintensiver wie die andere - nicht nur für Frauen zum Schwärmen! Beeindruckend war auch die Sauberkeit und der vorbildlichen Einsatz der vergleichsweise wenigen Spritzmittel zur Züchtung der Rosen, die in die ganze Welt exportiert werden.

Nach diesen wunderschönen und unvergesslichen Eindrücken stand bereits das nächste Highlight auf der Tagesordnung: das gemeinsame Mittagessen auf der Hacienda des Präsidenten von Ayora. Vielleicht könnt ihr schon erahnen, welche ecuadorianische Delikatesse uns serviert wurde?!?! Richtig: Zu besonderen Anlässen und für spezielle Gäste wird Cui (Meerschweinchen) mit Kartoffeln, Mais und Käse zubereitet. Cuis sind ein wahrer Festschmaus in diesem südamerikanischen Land und werden wie bei uns die Hasen oder Henderl gezüchtet und gegrillt oder gebraten verspeist. Trotz anfänglicher "Berührungsängste" blieb auch uns nichts anderes übrig, als diese ecuadorianische Besonderheit zu kosten. Unser einstimmiges Testresultat: Es schmeckt nicht schlecht, aber Meerschweinchen werden bestimmt nicht zu unserem Lieblingsgericht!

Auch der Nachmittag hatte vieles zu bieten: Unmittelbar nach dem Einpacken unserer Essensreste (ist hier der Brauch!) waren wir zu einem Liveinterview bei Radio Mensaje in Cayambe eingeladen. Hier erwartete uns ein beinahe einstündiger Liveauftritt, bei dem uns Christl dankenswerterweise als Dolmetscherin begleitete. Den Rest des Nachmittages verbrachten wir in einer Stierkampfarena in Santo Domingo I. Sehr zu unserer Erleichterung handelte es sich um eine "niedliche" Form des Stierkampfes, bei dem dem Vierbeiner nichts passiert. Es ist vielmehr eine Show, bei der die jugendlichen Burschen ihren Mut unter Beweis stellen. Natürlich darf bei so einem Fest auch das ausgiebige Feiern, Trinken, Tanzen und Lustig sein nicht zu kurz kommen!


in der Milchsammelstelle Santo Domingo I

der Obmann der Genossenschaft informiert uns über das Ziel der Produktionsgemeinschaft und die Produkte


die am Morgen angelieferte Milch


ein Meer aus Rosen -
Sonderführung durch die Rosenfarm "Greenrose"

Magdalena und Sandra bestaunen die Meisterwerke der Natur


ganz neu und derzeit noch nicht auf dem Markt:
eine farbenprächtige Spezialzüchtung


eine ist schöner wie die andere


ein Teil unser Delegation mit Christl Wasner

die frisch geschnittenen Rosen werden für den Weg in die weite Welt fertig gemacht

15 Hektar Rosenzucht

über Geschmack läßt sich streiten

über eine Seilbahn kommen die frisch geschnittenen Rosen in den Versand


"cremegelb" - wunderschön!


dieser Duft begeistert

Pepi mit dem technischen Betriebsleiter der Rosenzucht


vorbildlich in puncto Sozialleistungen:
Fußballspiel während der Mittagspause


eine ecuadorianischer Delikatesse: Cui (Meerschweinchen)

"Festschmaus" beim gegenwärtigen Präsidenten


Überbleibsel werden mit nach Hause genommen!


Liveinterview bei Radio Mensaje: Pepi, Christl und Gabriell

das Studio von Radio Mensaje in Cayambe


Gruppenfoto im Cafe "Aroma"


niedliche Form des Stierkampfes in Santo Domingo I

Zwischendurch ein kleiner Schütter von oben


die jungen Burschen beweisen ihren Mut


jetzt wird gefeiert:
Kirtag (verspätetes Erntedankfest) in Santo Domingo I

eine gegrillte Sau als Festschmaus

die traditionellen Masken bringen Farbe ins Land

"Krapfen mit Käse" - lecker!


Der letzte Tag unseres Ayora-Besuches startete bereits in aller Herrgottsfrüh mit dem Besuch der traditionellen Sonntagsmarkt am Hauptplatz in Cayambe. Als besonderes Zuckerl zeigte sich der Vulkan Cayambe von seiner schönsten Seite. Der schneebedeckte Gipfel bei strahlendem Sonnenschein lädt hier geradezu zu einem Ausflug auf den Gipfel ein - wir begnügten uns aber mit dem herrlichen Anblick und zahlreichen Fotos. Nach dem Spaziergang durch den Markt, wo neben köstlichem Obst und Gemüse, frischem Fisch und Fleisch auch allerhand nützliche Sachen für den Haushalte und die Tierhaltung verkauft werden und der Teilnahme an der Sonntagsmesse in Ayora besuchten wir eine Campesina.
Sichtlich stolz zeigte und erklärte uns die Kleinbäuerin ihre Produkte: Baumtomaten, überdimensionale Krautköpfe, Karfiol, Broccoli, Zwiebel und Rosen - all das wächst auf ihrem Grund in rund 4.000 Metern Höhe und dient dem Verkauf am Markt.

Zurück in Ayora wurden wir von der neuen und erst am Vortag gewählten Gemeindevertretung zu einer abschließenden Sitzung erwartetet. Im Zuge dieser Zusammenkunft überreichten wir unsere mitgebrachten Gastgeschenke: einige Zinnteller mit dem Wappen der Gemeinde Moosdorf sowie die von den SchülerInnen der HAK II in Salzburg erstellte CD „Austria loves to entertain you“. Als krönender Abschluss unseres Besuches wurde gemeinsam mit dem neuen Präsidenten und dem Gemeinderat auf dem Dorfplatz ein "Friedensbaum" gepflanzt, der die wachsende Freundschaft zwischen Ayora und Moosdorf, Südamerika und Europa, symbolisieren soll. Unmittelbar vor der Rückfahrt nach Tumbaco (Quito) besuchten wir noch unseren Freund und Weggefährten Gabriel Serrano und seine Gattin Marisella und konnten ihnen im Auftrag des Moosdorfer Friedensdialoges eine kleine finanzielle Unterstützung zum Aufbau der Bibliothek/Mediathek überreichen.

Alles in allem waren die Tage in Ayora mehr als beeindruckend und für uns unvergesslich. Wir sind überzeugt, dass Moosdorf mit Ayora die richtige Wahl getroffen hat. Wir sind jedenfalls stolz und glücklich, dass wir im Namen des Moosdorfer Friedensdialoges den ersten (und entscheidenden) Schritt machen durften. Wir sehen den persönlichen Kontakt mit den Einheimischen - mit ihnen gemeinsam zu feieren, zu tanzen, zu lachen und Meerschweinchen zu essen ;-)) - als erste Früchte dieser Partnerschaft über Kontinente. ¡Era una experiencia increíble!


Markttag in Cayambe -
geschäftstüchtig bis ins hohe Alter!

alles vom Schwein: Haxn, Innereien, Grammeln...

der Metzger zersägt das Frischfleisch

Bettmatten aus Palmblättern
- hier gibts alles zu kaufen

farbenprächtige Fußgängerzone von Cayambe

der Stadtplatz mit dem wunderschönen Blick auf den Vulkan Cayambe


kitschig und einmalig schön: der 5790 m hohe Gipfel des Cayambe


eines der Wahrzeichen unserer
Partnergemeinde: die Pfarrkirche

der neue Präsident und Obmann Pepi Bachleitner pflanzen einen "Friedensbaum" in Ayora


der blühende Friedensbaum als Zeichen
der Verbindung Ayora-Moosdorf


der gesamte Gemeinderat aus Ayora und unsere Delegation
war bei diesem Ereignis dabei


so soll nicht nur der frisch gepflanzte Friedensbaum einmal blühen -
so soll es auch mit unseren "Friedensbemühungen" sein

Pepi überreicht dem Präsidenten das Ehrengeschenk der Gemeinde Moosdorf und die CD der HAK II Salzburg "Austria loves to entertain you"


wild wachsender Weihnachtsstern


Besuch im Friedhof in Ayora

Siesta im Friedhofsgelände?!?!

beim nächsten Fest: diesmal beim Stierkampf
der Gauchos in Santo Domingo II

wild, wild West in Ecuador: der Stier
muss mit dem Lasso eingefangen werden

Förderungsprojekt "Legehennen"

Meerschweinchen in XXL

überdimensional großes Gemüse
auf über 4.000 m Höhe

die sanitären Einrichtungen und der typische Beton-Waschtisch

Baumtomaten - für uns bis dato unbekannt

Gabriell, Pepi und Marisella bei der Scheckübergabe
zur Förderung des Projektes Bibliothek/Mediathek


Edith und Sandra kosten die traditionelle "Kartoffelsuppe"
mit K
äse und Popcorn


Freunde über Kontinente: Cristobal erklärt
uns das Äquatordenkmal in Cayambe

unterwegs am Äquator

Papa Pepi zweigeteilt: halb Süd, halb Nord


00.00 Grad: ein Muss-Foto
für Geographin Sandra


Zeit für Post nach Hause


Da wir vor dem Start unserer Rundreise noch einen freien Tag zur Verfügung hatten, erkundeten wir kurzerhand den Nebelwald bei Mindo. Gemeinsam mit Lena, einer Freundin von Christl, erlebten wir eine wunderschöne Wanderung durch die unberührte Natur.


zu Besuch im Nebelwald von Mindo

ein Schmetterling von beachtlicher Größe: das Eulenauge

auch hier gibts Orchideen an jeder Ecke

Unterstand für Gaul und Auto

idyllisch - der Rio Mindo

keine Brücke, dafür eine ganz
einfache Seilbahn

das probier ich auch!

ein guter, aber undefinierbarer Schluck
aus dem Glas der Bauarbeiter *mutig*

die Seilbahn über die Schlucht
des Reservates bei Mindo

hier zählt die Action: Gruppenrafting auf dem Rio Mindo

Sandras Hand als Landeplatz für die
unzähligen Schmetterlinge

nicht jedermanns(fraus) Sache: der Marsch über diese uralte, morsche und wackelige Hängebrücke

Insel der Träume

Blick vom Hotelzimmer auf das moderne Quito

Sandra bei der Zwischendurchwäsche -
wir rüsten uns für die anstehende Rundreise durchs Land


noch schnell bügeln und dann kanns weitergehen...

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