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AUS DEM INNVIERTLER KALENDER 1951
(BRAUNAUER HEIMATKALENDER)

Heimatwanderung durch Feldkirchen

Feldkirchen, in seinen Tälern und Hügeln zumeist fruchtbar und frühzeitig bewohnt, ist mit seinen vier Kirchen und 42 Ortschaften, die Ortsgemeinde und der Postzustellbezirk zählen 39, eines der ausgedehntesten Pfarrgebiete, dessen Grenzen vor 1784 bis Anferding unterhalb St. Georgen am Fillmannsbach und bis 1815 auch nach Kastenau und Köppelspalling reichten. Der Ortsname stammt von "Kirche im Felde", erstmals scheint es 1025 urkundlich auf, als Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin Kaiser Heinrichs II., ihre Güter zu Feldkirchen samt Gründen und Leibeigenen dem Bischof Engelbert von Freising schenkte.

Am 28. September 1322 fielen in der Schlacht bei Mühldorf-Ampfing Ludwig von Veldkirch und Johann von Haunsberg. 1257 erscheint Albert als Plebanus (Leutpriester) in Altheim und Veldkirch. Der Pfarrhof - Haus Nr. 1 in Feldkirchen, hatte eine ausgedehnte Grundherrschaft mit eigenem Grundbuch, wozu 19 Bauern und Söldner gehörten, darunter zwei Kirchberger (Eglsee) und der Wimmer in St. Georgen. Die Grundherrschaft "Pfarrhof Feldkirchen" wurde im Jahre 1848 aufgeho-ben, die Zehente und Giebigkeit abgelöst um 9140 Gulden Konventions-Münze. Nachweisbar über 300 Jahre hieß die Pfarre Altheim; die Pfarrkirche zu Feldkirchen wurde am Weißen Sonntag des Jahres 1444 vom Bischof von Passau, Leonhard von Laiming, feierlich eingeweiht. Damals war durch 48 Jahre Heinrich Wieland Pfarrer. In 500 Jahren folgten seither 29 Pfarrer; hievon hatten die meisten Wirkungsjahre: Andreas Hindermayr 40, Johann Baptist Luxenhofer 35 und Kanonikus Anton Obermüller 46 Jahre. Letztgenannter feierte hier sein goldenes und diamantenes Priesterjubiläum, gründete die Raiffeisenkasse, erbaute das Armenhaus, wozu Frau Rosa Langer, geborene Kreuzbauer, 4000 Gulden spendete und starb als Diözesansenior und erster Ehrenbürger der Gemeinde am 21. März 1922 im 87. Jahre seines Alters. Seit 9. Mai 1937 ist HH. Franz Wächter Pfarrer (auch zweifacher Geistlicher Rat).

Im Jahre 1600 brannte das Pfarrdorf Feldkirchen ab; bei diesem Brande stürzte das Gewölbe der Kirche ein. Früher gotisch, hat es jetzt romanischen Stil. 1616 beginnt unsere Schule, die bis 1877 im ersten Stock des Mesnerhauses sich befand. 1622 beginnen die Pfarrmatriken. 44 Dienstjahre als Lehrer und Mesner hatte Jakob Mayr, ein Mesnersohn von Altötting, von 1646 bis 1690, dann folgte von 1690 bis 1743, also durch 53 Jahre, Andreas Mayr.

1693 wurde die kleine, 1830 die große und mittlere Glocke der Pfarrkirche gegossen. 1744 brannte der Sebastianialtar nieder, weil der Mesner die Kerzen nicht auslöschte. Ein Hutmachersohn aus Dietfurt bei Straubing war von 1743 bis 1784 Mesner und Schulmeister. 1733 erscheint ein aus der Pfarre gebürtiger Meindl als Kooperator. Von 1688 bis 1713 war Dominikus Meindl Pfarrer.

Schwer heimgesucht wurden die Pfarrbewohner im österreichisch-bayrischen Erbfolgekrieg. Am 27. November 1742 plünderten die österreichischen Truppen auf ihrem Durchzuge die Bauernhäuser, brachen überall ein. Geld, Hühner, Gänse, Schafe, Schweine, Pferde und Wägen, Schmalz, Butter und Speck wurden weggenommen; alle Truhen erbrochen, den Knechten und Mägden ihr sauer verdienter Lohn bis auf den letzten Heller samt Wäsche und Kleidungsstücken gestohlen. Den österreichischen folgten im nämlichen Jahr noch die bayrischen, welche es womöglich noch ärger machten. Da wir damals zu Bayern gehörten, waren dies die eigenen Landsleut, die ihre "Tapferkeit" am wehrlosen Volk bewiesen. 1743 büßten zwei ungarische Husaren ihre Freveltaten mit dem Tode durch den Strang auf dem Felde gegen Oeppelhausen. Seither heißt dieses Feld "Husarenberg".

Im Jahre 1798 inspizierte Erzherzog Karl, der Sieger von Aspern, die kaiserlichen Truppen zwischen Mattighofen und Feldkirchen. Anton Obermüllers Pfarrchronik (herausgegeben 1883 berichtete:
Am 16. Dezember 1800 plündern die Franzosen in der ganzen Pfarre. Übringens drückten in diesem Jahre, dann 1805 und 1809 Quartierlasten, Lieferungen, Schwarzarbeiten, Tafelgelder den Wohlstand der Bevölkerung sehr herab. 1801 musste viel nach Braunau gezahlt werden an den französischen General Nac. Vom Hofe das erstemal 20, das zweitemal 8 und das drittemal 30 Gulden. Dann große Lieferungen an Getreide und Heu. Am 10. Oktober 1805 wurden 55.000 Russen in dieser Gegend einquartiert; die Bauern mussten viel Brot, Heu und Hafer liefern.

Am 29. Oktober 1805 schlugen die Franzosen in der Gegend zwischen Aich und Feldkirchen ihr Lager auf. Beim Abzug mussten die Bauern Vorspann leisten, aber meistens gingen Pferde und Wägen nicht mehr zurück. Es gab schwere Lieferungen; beispielsweise 13 Ochsen, später, am 28. März 1809, von jedem Hof 32 Laibe Brot; am 3. Mai auch Stiefel und Schuhe und Betten und Bettgestelle, insgesamt eine nach Joch aufgeteilte Geldleistungen von 5000 Gulden Banco und 700 Gulden Konventionsmünzen.

Nach den Franzosenkriegen kam die große Dürre und Teuerung in den Jahren 1816 und 1817.

Der Pfarrort Feldkirchen hat heute 21 Hausnummern. Die Pfarrkirche zum hl. Andreas wurde 1939 innen und 1949 außen renoviert. 1928 und 1949 wurden je ein neues Geläute beschafft. Im zweiten Weltkrieg wurden alle Glocken abgenommen. Die beiden Weltkriege haben große Opfer gefordert, auch über 150 Todesopfer, die nunmehr ein neues Denkmal erhielten.

Größter Besitzer des Ortes ist Gastwirt Rieder. Das Gasthaus ist zugleich ältester Erbhof der Pfarre. Die Rieder waren geadelt und führten den Titel "Ehrenfest und vürnehm". Am 21. Juni 1702 wurde der alte Adelsbrief erneuert. Zu den ältesten Familien gehören auch die Kreuzbauer, aus dieser gingen früher Geistliche und Lehrer hervor. Die neue Schule wurde 1877 eingeweiht. Oberlehrer Wenzel Bayer (1882 bis 1920) wurde Ehrenbürger der Gemeinde. Die Post besteht zirka 80 Jahre.

Kampern:
Verstöckt hintern Baman Guckt a Derfal herfür,
Wia mei Schatz in da Kircha
Oft herguckt zu mir.

An diese Verse Stelzhammers erinnert uns der Anblick des östlich vom Pfarrort gelegenen Dorfes Kampern mit 6 Bauern, welches an das römische campas, das Feld erinnert. Das Edelmanngut war wie jenes zu Ottenhausen, Otterfing, Hering und Berg (bei Pischelsdorf) Sitz eines freien Bauern. Es ist heute noch der größte Besitz im Dorfe. Dann kommen Sax, Bloser (die alten Bloserleute Johann und Maria Kücher waren 66 Jahre verheiratet); Märtlbauer (Erbhof der Grabner seit 1730), Kamperer und Wernzl, früher Scharingergut. In der Schneiderbartlsölde, deren zwei letzte Besitzer 91 und 93 Jahre ereichten, war am 14. November 1929 ein Raubmord an der Söldnersgattin Maria Kopplstötter. Der Täter wurde niemals ermittelt. Der zwischen Kampern und Riensberg gelegene Weiler Gaderedt ist Nr. 1 der Ortschaft

Innenbirach
Mit dem Siml- und Zacherlgut. Eine Viertelstunde durch den Wald gelangt man nach

Außenbirach
Bauerngüte: Brix und Meister; letzteres war zehentpflichtig zum Pfarrhof Eggelsberg. An der Bezirksstraße nach Mattighofen liegt die 19 Hausnummern zählende Ortschaft

Wiesing
mit Autobus-Haltestelle. Im Gasthaus (Bachleitner) ist Telephon-Sprechstelle und Beschälstation für Pferde. Das Gasthaus wurde umgebaut nach dem Brande durch Blitzschlag vom 1. Juli 1985, die Wirtschaftsgebäude nach dem Brande vom 27. Juli 1929

Nach dem Bericht eines alten Bauern war hier früher ein Bauernhof - Harrergut - mit 110 Joch Grund. Nach der Zerstückelung wurde 1862 zuerst eine kleine Brauerei; dann nach zwei Jahren ein Gasthaus errichtet. Heute sind 32 Joch dabei. Das Krämerhaus wurde vor zirka 80 Jahren vom Gastwirt Wiesenberger erbaut und hieß Rauchsölde; die Moosmaxlsölde - Holzhaus - wurde seinerzeit um 30 Gulden verkauft. Das Bauerngut in Wiesing hat sich besonders seit der Zerstückelung des Maiergutes vergrößert. Die älteste Familie in dieser Ortschaft sind die Stöger, seit 1702 auf der gleichnamigen Solde. An der Grenze gegen Pischelsdorf sind die Orte

Kendling und Bamberg
Kendling hat zwei Bauern. Der erste Bauer hieß Kendlinger; beim Annerl hieß es früher Wieser. Die Annerlsölde besteht seit zirka 30 Jahren.

Bamberg, das früher Baumberg hieß, zählt vier Besitzer. Beim Rauch hieß es Vilzkoter, beim Rauchtomerl Dunstgut. In Bamberg Nr. 3 geschah am 6. Dezember 1908 der Familienmord. Der später im Irrenhaus verstorbene Bauer erschlug seine Frau und ein Kind. Die Rauchtochter Maria Kirnstötter wurde in der Nacht vom 12. November 1924 im Bett erdrosselt. Der Täter Josef Meister fand drei Tage später den Wassertod im Inn; das Motiv soll verschmähte Liebe gewesen sein. Im Urbar des Amtsgerichtes Obernweilhart finden wir 1240 ein Lehen von dem Ester, worin das Esterbauerngut vermutet wird.

Haslpfaffing
Zum Unterschied von Pfaffing in der benachbarten Pfarre Pischelsdorf wurde dies Haslpfaffing genannt. Es hat zwei Bauern: Sagmeister und Haslinger und drei kleine Sölden. Die Voglmühle ist schon längst eingegangen. Durch einen Waldweg kommen wir zur kleinen Ortschaft

Jetzing
mit dem Rießgut und einer Sölde! Die Kapelle Maria Einsiedeln wurde 1876 eingeweiht. Die Sölde entstand 1949, nachdem dort ein neues Haus gebaut wurde. Nordwärts von Jetzing kommen wir nach

Wechsling
mit zwei Bauern. Früher sollen vier gewesen sein. Von 1622 an waren hier die Wechslinger, welcher Familienname in weiblicher Linie auf dem Kleinmaiergut in Aschau 1913 erlosch. Auf dem Irrgute sind seit 1774 die Weilbuchner, auf dem Bauerngut seit 1835 die Landrichinger sesshaft. Im letzten Krieg wurde hier als Landarbeitersiedlung eine Sölde errichtet. (Altenbuchner)
Nordwestlich kommen wir nach

Sperledt
soll von "sperr Edt" stammen. Hier sind Sperlgut und Sölde.

Brandstatt und Wies
Gehören zur Gemeinde St. Georgen; zur Pfarre Feldkirchen aber gehört die erstgenannte Ortschaft und das Vikotergut in Wies. Das Baischergut ist am 30 Juli 1916 abgebrannt. Zu den ältesten Ortschaften zählt

Emerding
Es wird urkundlich bereits 1130 Eremittingen genannt. Zum Bauerngut gehörte früher je eine Mühle und Säge. Die Sankt Sebastianskapelle wurde 1876 eingeweiht. Auf diesem Gut, das betreffs Steuerleistung in der Pfarrchronik 1883 an erster Stelle stand, war meine Taufpatin Anna Maria Kracher durch 61 Jahre bedienstet. Der erste Veitl hatte diesen Familiennamen. Auf dem Bauerngut sind die Messerklinger die achten, auf dem Veitlgut die Gann die sechsten Besitzer seit 1622.

Wenigaschau
Die Hupfmühle mit Bäckerei ist eingegangen; heute ist dort eine Wagnerei. Die in der Pfarre weitverzweigten Strobl kamen 1679 auf das Hupfgut und haben sich heute in der Sölde erhalten. Von hier kamen sie auf Bauerngüter nach Jetzing, Kendling, Wiesing, Kampern, Gstaig und Häslrain.

Ottenhausen
"Ottenhausen schen herrisch dasteht." Diese Stelle in den "Feldkirchner Gstanzln" ist keine Übertreibung. Ottenhausen mit seinem Ober- und Unterdorf und der Molkerei "Bergland", mit dem jüngsten Gasthaus unserer Gemeinde und verschiedenen Handwerkern ist eine stattliche Ortschaft. Sie hieß früher Adelshusen, später Ottenhausen.

Im Besitze der Landrechtinger, heute Landrichinger, war der Edelsitz, das jetzige Edelmannsgut. Bei einem Brande im Jahre 1971 gingen der Adelsbrief, viele Ritterharnische und alte Waffen zu Grunde. Fünf Jahre zuvor, am 9. Jänner 1786, hatte der Edelmannsohn Johann Landrichinger seine Primiz gefeiert. Die Landrichinger sind heute noch auf dem benachbarten Söllhamergut. Vom Zauner in Quick stammen die Zauner, seit 1750 als drittes Geschlecht auf dem Scherbauerngut. Auf dem Peterbauerngute, einem der größten in der Gemeinde, sind die Weiß die sechsten Besitzer. Ein Königssohn von Kirchsteig wurde 1828 Peterbauer. Am 25. Juni 1900 traf ein zündender Blitzstrahl das Peterbauernhaus. Das benachbarte Stallergut, heute bedeutend verkleinert, wurde 1875 durch Brandlegung heimgesucht. Die Molkerei, die sich unter anfangs schwierigen Verhältnissen zu einem leistungsfähigen Unternehmen entwickelte, wurde 1927 erbaut. Westwärts gelangen wir zum

Filialdorf Aschau
mit seiner mehr als 800-jährigen Filialkirche und ehemaligen Wallfahrt des Bauernvolkes zum heiligen Apostel Bartholomäus. Sie soll am dritten Sonntag nach Ostern des Jahres 1110 eingeweiht worden sein. Aschau, der Name stammt von Sumpf, zählt heute 27 Hausnummern. Schon im Jahre 1100 werden Heinrich und Ulrich von Aschau, Lehensmänner des Stiftes Michaelbeuern, als Zeugen einer Schenkungsurkunde genannt. Auf freie Bauern deuten hin die beiden Hofnamen "Maier", früher Adamshof und Siglhof; Auch beim Lang wird ebenso wie beim Lang in Prissing ein Praedium (Landgut) gewesen sein. Auf diesem Erbhof sind seit 1715 die Edthofer, welche vom Obernweilhart scheinen 1240 auf: Zoglauer und Stöger. Von Brandunglücken wurden betroffen das Großmaiergut 1804, Zoglauergut 1841, Kleinmaiergut 1800, Huberhäusl mit Stall vom Hubergut 1837, Mühltalergut 1909, Stögergut 8. Mai 1932. Aus dem Hubergut ist später das Gasthaus geworden (1872). Auf der Schmiede in Aschau waren von 1648 bis 1947 die Eisenmann. Jakob Eisenmann war von 1911 bis 1919 Bürgermeister und wurde Ehrenbürger der Gemeinde. 1948 wurde eine Schmiede mit Wohnhaus erbaut. Aschau hat sieben Bauern und fünf Söldner, auch eine Säge. Das wichtigste Fest des Filialdorfes ist der Bartholomäustag (24. August), Patrozinium der freundlichen, altehrwürdigen Filialkirche, über welche im Vorjahr anlässlich der Glockenweihe manches in der "Warte" berichtet wurde. Vor 200 Jahren war 14 Tage vor und 14 Tage nach Bartlmä eine Dult; später ein gut be-suchter Jahrmarkt, am 24. August, wo viel Volk aus den umliegenden Gemeinden zusammenströmte.

Hansried
Diese nur zwei Häuser zählende Ortschaft an der Nordgrenze der Pfarre ist bekannt durch die "Hansrieder-Sagen" (vom Anbinden u. dgl.), welche seinerzeit in der "Braunau Heimatkunde" behandelt wurde. 1655 stiftet Hans Rieder, Pfleger zu Aibling und Ratsherr zu Burghausen, einen Jahrtag für die Familie. Ein Baischersohn von Brandstatt (Kohlbacher) wurde 1731 Hansrieder. Seither ist dieser Familienname auf dem Gute. Die Kapelle zur Schmerzhaften Mutter wurde 1762 erbaut und vom Pfarrer Baptist Luxenhofer eingeweiht. Dieser wirkte hier 35 Jahre, verzichtete dann auf die Pfarre und wurde 1763 Domherr in Augsburg. Am nächsten der Pfarrgrenze von Eggelsberg liegt die, ehemals zum Frauenkloster Nonnberg gehörende, drei Bauern und drei Söldner zählende Ortschaft

Aich
Es wird 1117 und später 1140 Aicha genannt. Aich erscheint dann 1240 im Urbarium des Landesgerichtes Obernweilhart. 1824 und 1827 ist das Stachlgut abgebrannt. Das Riedergut ist dem "Panholz" am nächsten; das ist ein Wald, der nicht mehr gerodet werden durfte. Rieder, Roider, Reuter erinnern an das Roden der Wälder bei Besiedlung unserer Gegend in alten Zeiten. Wir haben einen Rieder in Aich und Oepplhausen, sowie einen Roider in Prissing. Zwischen den Ortschaften der Gemeinde Eggelsberg liegt

Gerberling
Mit dem "Koasabauern, der voarn Holz draußt is" und einem Zuhause, das bis 1746 Hanspetergut hieß. Die Kinder gehen nach Eggelsberg in die Schule, von dort erhält die Ortschaft auch ihre Post; in den letzten Jahren wurden auch zwei Verstorbene dort beerdigt, sonst aber gehört Gerberling (auch Godratingen genannt) zur Pfarre und Gemeinde Feldkirchen.

Himmelreich
Durch Arnstetten kommen wir zum waldumfriedeten Weiler "Himmelreich", erbaut um 1870 von Thomas Kreuzeder. Die "Himmelreichwiese" mit sieben Joch war das Heiratsgut seiner Frau, einer Hofbauerntochter von Häslrain. Ostwärts durch den Wald kommen wir nach

Häslrain
Der Name mag von Häslein am Rain stammen, aber nicht "Esl alloan", wie einmal eine Fremde verstanden hat. Hessenrain wird 1070 und 100 schon urkundlich genannt. "Hofbauer" erinnert an einen Herrensitz, soll doch nach einer alten Sage zwischen Häslrain und Altheim einmal eine Burg der Grafen von Hunds- oder Haunsberg gestanden haben. Ein Kienzlbauersohn von Häslrain, Matthias Würzinger, heiratete 1827 die einzige Tochter des Wirtes in Gundertshausen, Franz Xaver Geyer (gest. 1830) und der Bräuerstochter Genoveva König von Fillmannsbach, namens Anna Maria. Sie starb nach 37-jährigen kinderloser Ehe 1846. 1842 vernichtete ein Brand das ganze Anwesen. Er errichtete eine Brauerei und nahm einen Verwandten aus der Poschmauermühle in Irnprechting, Franz Schnaitl, zu sich, welcher sein Nachfolger wurde. Würzinger ließ 1852 die Marienkapelle erbauen, welche durch seinen geistlichen Bruder, Andreas Würzinger, eingeweiht wurde. Dieser feierte als Inwohnersohn von Altheim - damals waren sie also noch nicht Bauersleute - in der Pfarrkirche Feldkirchen 1821 seine Primiz und starb als Konsistorialrat, Dechant und Pfarrer in Schörfling am 16. Februar 1860 im 65. Lebensjahre. Matthias Würzinger starb 1877 als Bräuer in Neukirchen. 1927 hat ein anderer Kienzlbauerssohn, Johann Edthofer, unsere Molkereigenossenschaft gegründet, wurde größter Besitzer in der Gemeinde und ist seit 1944 in der Ukraine vermisst.

Altheim
Der historisch bedeutsamste Ort unserer Pfarre, schreibt der gelehrte Heimatforscher Hofrat Dr. Franz Berger, ist Altheim. Aus einer ehemaligen Kultusstätte der heidnischen Vorfahren wurde später das Zentrum einer ausgedehnten katholischen Gemeinde. Die Pfarrchronik berichtet:
1140 wurde die bisher hölzerne Pfarrkirche Altheim im romanischen Stile neu erbaut und vom Passauer Bischof Regimbert aus dem Geschlechte der Grafen von Hagenau eingeweiht. Sie war selbstständige und unabhängige Pfarrkirche.
Filialen waren:
St. Georgen am Fillmannsbach, St. Bartholomä in Aschau, Burgkirchen und Vormoos. 1145 bis 1360 gehörte die Pfarre Altheim zum Erzdiakonate Mattsee. Das Verleihungsrecht bei einer Besetzung hatte der Bischof von Passau.

Als erster Plebanus (Leutpriester) wird 1190 bis 1210 genannt Konrad von Elling (Edelbesitz bei Moosdorf). Dieser schenkte mit Zustimmung seines Bruders Luitbold seine Weinberge in der Waschau dem Benediktinerstifte Michaelbeuern. Die Kirche (ursprünglich dem hl. Märtyrer Laurenzius) wurde später dem hl. Abte Wilhelm geweiht (zum Unterschied von St. Laurenz bei Altheim) und nachdem Feldkirchen seit 1444 schon Pfarrkirche geworden und Altheim baufällig geworden ist, wurde sie 1786 gesperrt und der Wirt in Altheim, Andreas Graf, kaufte die Kirche um 300 Gulden. 1873 wurde die Kirche abgebrochen und das Material größtenteils zum Bau des neuen Schulhauses verwendet. Das Gewölbe stürzte gar nicht ein, als der Turm darauf fiel, daher war die Befürchtung von der großen Baufälligkeit übertrieben. An Stelle dieser ehemaligen Pfarrkirche ließen die Gastwirtseheleute Andreas und Franziska Graf eine Kapelle erbauen, welche am 22. Juli 1880 durch den Ortspfarrer eingeweiht wurde. Am Laurentiustage, 10. August, ist hier alljährlich Gottesdienst. Das Gasthaus, seit 1935 im Besitze der Eheleute Adolf und Maria Stöger, war ehemals Hoftaverne und ein großer Besitz. Heute ist beim Schießl das größte Bauerngut. Die Ortschaft zählt zwanzig Hausnummern. An den neugebauten Häusern Nr. 19 und 20 führt die Straße von Feldkirchen nach dem geschlossenen Dorfe

Quick
Der 3 Häuser zählende Ort hat zwei stattliche Bauernhöfe, Dunz und Zauner. Sie dürften mit dem im Urbarium von Obernweilhart 1246 verzeichneten Gütern "Datzlehen im Felde" und "auf dem Zaun" identisch sein.

Oeppelhausen
Mit sieben Bauern und insgesamt 19 Hausnummern. Der Sitz Eppohausen wird 1281 urkundlich erwähnt. Hier waren daher wie zu Renzlhausen und Ottenhausen freie Bauern. 1827 brannten das Schandl- und Eggergut ab. Am 6. Mai 1905 brach im Eg-gergut ein Brand aus, der auch das nächstgelegene Schandlgut erfasste. Die im Wochenbett befindliche Bäuerin musste aus dem Hause gebracht werden. Brände waren noch: 1923 im Gruberhaus und 1933 in der Riedersölde.
1757 kam die Familie Mackinger von Walterding auf das Maislingergut. Der Auszugsbauer Johann Mackinger, geboren am 8. Dezember 1858, ist Senior der Pfarre. Unter den Zehentpflichten der Pfarrkirche Eggelsberg finden wir seinerzeit Philipp Kainzbauer, Baumgartner in Oeppelhausen; 1778 kam die Familie Haidinger von Jeging auf das heutige Kainzgut. Westwärts kommen wir ins Gebiet der Filialgemeinde Vormoos nach

Prissing
Dieses Dörfchen (11 Häuser) hat nachweisbar ein schon mehr als 800-jähriges Alter. In Michael Filz:
"Geschichte des Stiftes Michaelbeuern", erschienen 1829, lesen wir:
Yanto von Idem schenkte diesem Kloster das Praedium Brisingen (Landgut Prissing), welches Abt Berthold in den Jahren 1224 bis 1229 abtreten musste an die Kirche Traunkirchen gegen eine Entschädigung von 15 Talenten. Auf dem Hanslbauerngut sind seit 1790 die Gebetshammer aus Dorfibm. Die meisten Besitzer waren beim Haring (Brand am 11. Februar 1900).

Im Jahre 1714 herrschte in dieser Gegend eine pestartige Krankheit, das Faulfieber. Es sollen von Prissing nur wenige Erwachsene gerettet worden sein. Eine Erinnerung daran war die Pestkapelle, die 200 Jahre später durch eine neugebaute ersetzt und vom damaligen Kooperator Rudolf Stockenhuber am 27. September 1914 eingeweiht wurde. In südlicher Richtung von hier kommen wir nach

Otterfing
Schon 1100 erschien Heinrich von Adolfing als Zeuge einer Schenkungsurkunde. Er war ein Ministeriale der Grafen von Burghausen und Schala, gehörte zu dem Adelsgeschlechte der Landrechtinger, nobilis de Herolding, deren Edelsitz in Otterfing neben der Kirche Burgkirchen auf der Höhe des Waldrückens stand. Die Burg wurde später zerstört und wie die Sage erzählt, wurde von deren Steine die Kirche Vormoos erbaut. Der Edelsitz kam in die Talniederung: Edelmanngut in Otterfing.
Zum Besitze der Landrechtinger, so vogtbaren Standes gewesen, gehörten auch die Edelsitze Ottenhausen, Kampern und Herading am Ibmermoos. (Sehr wahrscheinlich auch Höring, wo heute noch ein Edelmanngut ist). Ihre Nachfolger, die Landrichinger, sind heute ohne Adelsbrief. Wernhard von Ibm übergab für seinen ermordeten Bruder sein Gut zu Jedendorf und im Falle seines Todes das Gut zu Otterfing dem Kloster Michaelbeuern als Seelgerät - Jahrtagsstiftung 1140.
Hartlieb Grannß erscheint 1367 als Herr zu Otterfing. 1530 bis 1554 war Leonhard Peckher Herr zu Otterfing; er starb dort am 10. Jänner 1554 und liegt in Vormoos begraben.

Auf seinem Grabstein heißt es:
" Der Edl und vest Lienhard Pencker, weiland gewester Rat und Oberrichter zu Burghausen, war früher auch Landrichter von Ried."

Seit dem Brand von 1892 neu gebaut, ist das Edelmanngut heute im Besitz der benachbarten Bauersleute Seidl. Auf dem Auergute waren durch zirka 270 Jahre die Schwaiger sesshaft; heute Voggenberger. So hat die kleine Ortschaft Otterfing seit 850 Jahren ihre besondere heimatgeschichtliche Bedeutung.

Vormoos
Das Wahrzeichen dieses Filialdorfes - samt dem Weiler Ursprung, wo früher eine Mühle, ein Lagerkeller und eine Kegelstatt war, zählt es 27 Hausnummern - ist die St. Stefanskirche, die am zweiten Sonntag nach Ostern des Jahres 1400 eingeweiht wurde. Die Pfarrchronik setzt hinzu: Sicherlich wurde sie ganz neu erbaut."
Die Stefanskirche des Innviertels, nach dem Patron des Domes zu Passau, wozu es bis 1784 gehörte, reichen ja meist ins 11. und 12. Jahrhundert zurück. Es gab auch ein Geschlecht der Vormooser, denn in Michael Filz "Geschichten des Stiftes Michaelbeuern" wird 1407 ein Leonhard Vormooser als Stiftsprior und Pfarrer von Dorfbeuern genannt. 1512 wurde die mittlere Glocke der Kirche Vormoos gegossen. Im ersten Weltkrieg wurde sie nach Feldkirchen zur Aushilfe gebracht, wodurch man die große, 1450 kg schwere Glocke, in Burghausen gegossen, vor der Abnahme retten konnte. Aber 1942 wurde sie abgenommen und kam erst sechseinhalb Jahre später aus der russischen Zone Deutschlands zurück. Die Vormooser waren von diesem Raub entrüstet. Sie waren hocherfreut, als sie am 19. September 1948 ihre schmerzlich vermisste Glocke wieder aufziehen konnten.

Den Marienaltar dieser Filialkirche ließen 1662 errichten:
Johann Kaspar Freiherr von Lerchenfeld, Pfleger zu Friedburg, und seine Ehefrau Maria Jakob, Freiin von Frauenhofen.
1877 ließ Franz Heitzinger, Austragsbauer vom Edelmanngute zu Otterfing, den Kreuzaltar neu errichten. Den Kreuzpartikel spendete das Jesuitenkollegium zu St. Paul in Kärnten.

Am Ostersonntag, 31. März 1929, empfingen die Vormooser zum erstenmal einen Primizianten, Franz Wasner. Er erwarb später das Doktorat und ist seit 11 Jahren als Hausgeistlicher der Kapitänfamilie Ritter von Trapp aus Salzburg, Musikprofessor und auch Komponist in den USA (Amerika). Sein jüngerer Bruder Matthias, seit 1946 Bürgermeister, ist Besitzer des Schaubergergutes. Da nirgends dieser Hofname sonst aufscheint, ist anzunehmen, dass es früher den Grafen von Schaumberg gehörte, welche Schutzvögte des Stiftes Michaelbeuern waren und in Bayern Besitzungen hatten, wozu das Innviertel ja bis 1779 gehörte. Ihr Stammsitz war in Eferding.

Einer der ältesten Bauernhöfe - Erbauungsjahr 1698 - ist der Karner (Name kommt von Beinhaus, darum in nächster Nähe des Friedhofes), seit 1909 um 30 Joch verkleinert. Hier wurde am 20. August 1908 der Bauer Vitzthum von seinem Knecht nach einem Streit erschlagen (beide waren betrunken), nachdem fünf Tage zuvor die Bäuerin war beerdigt worden. Das Wernzlgut hatte früher ebenfalls um 15 Joch mehr, das Reindl- und Neuhausergut waren zur Zeit der Güterzerstückelung größer geworden. Am 9. September 1875 brannte das Reindlgut und Gasthaus in Vormoos ab. Das Gasthaus, früher Taverne genannt, wobei auch eine Fleischhauerei war, wurde 1512 erbaut. Ein altes Geschäft ist auch die Krämerei, bei welcher bis 1915 auch eine Bäckerei war. Verschiedene Gewerbe sind eingegangen, auch die Käserei. Heute sind von Handwerkern noch zwei Schmiede, ein Wagner, ein Schuhmacher und ein Tischler. Im Hause Nr. 18 wurde im Oktober 1897 Anna Gimpl, eine alte Frau, ermordet. Ein Jahr zuvor wurde auf dem Heimweg von einer Hochzeit der Dunz-Baumann von Quick in Prissing erschlagen, der für einen Unrechten gehalten wurde.

Von 1815 bis 1877 war in Vormoos auch eine Filialschule, die dann dem neuen Schulgebäude in Feldkirchen weichen musste. Wenn heute diese Schule noch bestände, würde sie mehr als 40 Schüler zählen. Die Kinder von Willersdorf und zwei Häuser der Ortschaft Vormoos gehen heute nach Moosdorf. Etwas hinterlistig ist´s bei Auflassung der Schule zugegangen, womit die Bewohner der Filialgemeinde sich nicht abfinden wollten. Den zwei Gemeindeausschüssen wurde vom damaligen Gemeindesekretär ein leerer Bogen Papier zur Unterschrift vorgelegt. Wir schreiben dann die Eingabe an die Behörde schon und ihr braucht ein zweitesmal nicht eigens herzukommen, sagt man ihnen, aber man schrieb drauf:
"Die Unterfertigten stimmen der Auflassung der Schule zu."
Natürlich war später große Erbitterung. Zwei Bauern, Kreuzeder und Bergmüller, reisten nach Wien, um bei Kaiser Franz Josef vorzusprechen; aber sie hatten sich mit keiner Legitimation vorgesehen und konnten nur zu einem Minister gelangen, der ihnen sagte, das weitere Proteste nutzlos seien.

Willersdorf
Diese Ortschaft mit drei Bauern erscheint urkundlich zum erstenmal 1180 auf. Stockingergut am 7. November 1907 abgebrannt. Der Hatz hieß früher Achatz. Ursprünglich hieß die Ortschaft Wilratesdorf.

Haiderthal
mit dem Weiler "Lerlbauer" (von Leonhard) hat den höchstgelegenen Punkt der Pfarre, das bewaldete Buschhorn (584 Meter). Nachts vom 3. zum 4. September 1874 brannte ab: das Hoißbauern- und Königgut; letzteres allein am 5. Juni 1898.

Hafenberg
Diese südlichste Ortschaft mit drei Bauern, welche derzeit alle aus Gilgenberg stammen, hat ebenso wie Vormoos eine herrliche Aussicht. Das 1870 erbaute Herlmannhaus (Schmiedbauer) wurde nach dem Brande von 1923 nicht mehr aufgebaut.

Burgkirchen
Wir verlassen die sechs Ortschaften der Filiale Vormoos, deren Verstorbene im dortigen Friedhof ihre letzte Ruhestätte finden und erreichen als erste der sechs Ortschaften der Filiale Gstaig den kleinen Ort Burgkirchen mit zwei Bauern.

Im nahen Walde stand vor acht- bis neunhundert Jahren schon die Taufkirche der alten Pfarrkirche Altheim, St. Johann, Baptist, an die noch heute ein Gedenkkreuz erinnert. Die Pfarrchronik berichtet: 1170 gab Heinrich von Elling sein Gut oberhalb des Lielonberges dem Stift Michaelbeuern mit der Bedingung, in der Kirche des hl. Johann des Täufers und Vinzenz des Märtyrers zu Buchkirchen das ewige Licht zu unterhalten, damit die Kirche zur Nachtzeit beleuchtet sei. 1180 wurde die Kirche neu erbaut; neu eingeweiht wurde sie am 3. Mai 1397 durch Leonhard, Weihbischof von Salzburg. Ferners wurde sie von Abt Ulrich von Michaelbeuern gehalten. 1785 wurde die Burgkirche gesperrt und vom Lang in Prissing um 30 Gulden gekauft. Hundert Jahre später wurde sie abgebrochen und das Material beim Bau der Waldkapelle oberhalb Wagenham verwendet. Die Ortschaft Burgkirchen hat zwei Bauern, das Buchnerhaus wurde vor 50 Jahren niedergerissen (Sölde mit 14 Joch Grund). Der letzte Schaufler von Burgkirchen, Michael Vitzthum, hat erst mit 68 Jahren geheiratet und starb an seinem 16. Hochzeitstage, am 11. August 1941. Ein Schinerlsohn feierte am 31. Juli 1904 als P. Petrus Weindl in der Stiftskirche zu Michaelbeuern seine Primiz, wurde 1924 als erster Innviertler Abt dieses Stiftes und blieb es bis 1933. (Nachfolger: Abt. P. Maurus Riha als Braunau.) Er starb am 8. Oktober 1934. Wir wenden uns nordöstlich und kommen in zirka 25 Minuten zum Filialdorfe

Gstaig
1164 scheint in den Urkunden von Michaelbeuern auf:
Wernherr von Stayge, auf einen Herrensitz deuten hin die Gutsnamen: Hofbauer und Maier. Das Wimmergut gehörte zur Grundherrschaft des Pfarrhofes Feldkirchen.

Widum heißt Pfarrhaus. Das Hofbauerngut brannte 1826, das Sturmgut (heute Friedl) 1852, Gasthaus 1887 und Hubergut 1919. Die Perle des Ortes ist die 1935 renovierte Filialkirche zu Ehren der hl. Apostelfürsten Petrus und Paulus, seit 1764 Wallfahrtskirche der Mutter Gottes vom Guten Rat, deren Gnadenbild von Maria Hochthurner, Bräumeisterin in Perwang, gespendet und durch ihren Bruder zugeschickt wurde (Frater Jakob aus dem Augustinerkloster Mülln in Salzburg), durch den Prior desselben Klosters - seit 1835 Benediktinerpriorat - aber mit dem wundertätigen Original in Genazano berührt wurde. Die Kirche Gstaig gehörte aber bis 1815 zu Eggelsberg. Die Wallfahrten begannen unter dem dortigen Pfarrer Johann Georg Stadler, einem Bauernsohn von Anferding, welcher 1725 in der Pfarrkirche seine Primiz feierte. Die Kirche zu Gstaig soll schon 1115 eingeweiht worden sein; 1180 wird sie zum erstenmal urkundlich genannt. Die Wallfahrt entstand 1764. So manche Leidgeprüfte haben sich in schweren Stunden nach Gstaig verlobt und Mariens Macht und Milde erfahren. Zwei seltene Feierlichkeiten fanden hier statt. 1833 die Primiz des Zaunersohnes von Oichten, Johann Baptist Weindl, welcher nach 45 Priesterjahren am 21. September 1878 als Pfarrer in Radstadt verschied und die dreifache goldene Hochzeit der Ehepaare Berger, Permadinger und Pitzmann am
24 Mai 1887. Am 6. Juli des genannten Jahres wurde Turm und Inneneinrichtungen beim Brand des nahen Gasthauses vielfach beschädigt.
Die Ortschaft Gstaig zählt 21 Hausnummern; von hier aus ist eine schöne Aussicht ins Gebirge. Auf dem Filialfriedhof werden ebenfalls die Verstorbenen von sechs Ortschaften bestattet. Der größere Teil der Filialgemeinde ist das

Oichtenthal
Mit den Orten Giezing, Oichten, Hennergraben und Gumperding. Giezing abgeleitet vom Eigennamen Gieza.