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Armes reiches Burma -
Reise ins goldene Land der Pagoden (Teil II)
17. - 31. August 2008

Nachdem wir in den letzten Tagen Alt- und Neubagan ausgiebig kennen- und lieben gelernt hatten, ging unsere Reise weiter Richtung Nordosten. Auf dem Programm stand eine etwas längere Reise durch die Halbwüste von Bagan nach Mandalay. Obwohl es sich nur um eine Strecke von etwa 300 km handelt, musste aufgrund der extrem schlechten Straßenverhältnisse ein ganzer Tag eingeplant werden.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel Thazin Gardin (in dem wir aufgrund der Reisewarnung in unseren Breiten leider die einzigen Gäste waren) starteten wir gemeinsam mit unserer Reiseleiterin Nang und dem Fahrer die Tour. Noch einmal ging's vorbei an zahllosen Stupas, Pagoden und Tempel durch die wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Entlang der Strecke konnten wir zahlreiche Palmyra-Palmen mit langen, angebrachten Bambusleitern sehen, die natürlich unsere Neugier weckten. Deshalb stoppten wir kurzerhand und besuchten eine typische Bauernfamilie, die uns die Palmsaftgewinnung sowie die diversen Verarbeitungsmöglichkeiten der Palmblätter und des Palmsaftes erklärten. Besonders lecker schmeckte der warme Palmzucker (jaggery), der aus dem eingekochten Palmsaft erzeugt wird. Beim Vergleich vom dort gebrannten Palmschnaps mit Omas Zwetschkenschnaps aus der Heimat hatte eindeutig letzterer die Nase vorne.

Während unserer Busfahrt stachen uns vor allem auch die vielen und uns fremd anmutenden „Tankstellen“ ins Auge. Treibstoff kommt hier nicht wie bei uns üblich aus einem Tank, sondern wird kurioserweise in Plastikkanistern angeboten. Je nach Größe des Tanks werden dann eben 5, 6 oder 7 Kanister Treibstoff benötigt. Für unsere Verhältnisse unvorstellbar! Ihr könnt euch vorstellen, dass diese Methode nicht nur extrem zeitaufwendig ist, sondern der Treibstoff aufgrund des Kondenswassers und der alten Reste auch qualitativ schlecht und verschmutzt ist. Aber auch unser kleiner Reisebus musste mit diesem Treibstoff vorlieb nehmen - und die Konsequenzen durften wir dann etwas später erleben...


Ackern wie vor einigen Jahrhunderten -
bei uns heutzutage unvorstellbar


aus der Palme können viele nützliche und dekorative Utensilien
erzeugt und leckere Köstlichkeiten zubereitet werden

eine Öl-/Sesampresse mit Zebu-Antrieb

Demonstration der Palmsaftgewinnung

in diesen Tontöpfen wird der reine Palmsaft aufgefangen

der gegorene Palmsaft wird zu Palmschnaps gebrannt

wohl kein Jägermeister, oder?

warmer und frischer Palmzucker -
lecker!

zermahlenes Sandelholz mit Doppelfunktion:
Make-Up und Sonnenschutz zugleich

Edith testet die Naturkosmetik

kleine Kinder spielen gerne, große noch viel lieber -
das Sprichwort bewahrheitet sich weltweit

Luftballons und Teddybären als
kleine Mitbringsel aus Österreich

sonnengegrillte Schweinsdärme zum Mittagessen
- wer hat Hunger???

die Betreiber erklären Pepi die uralte, von einem Dieselaggregat angetriebene Ölmühle

Opa erträgt den seltenen Besuch in seinem
Dorf mit stoischer Gelassenheit

für Opa gleicht die Kamera nahezu einem Wunder

alle freuen sich über unseren Besuch

die kleine "Leila" wird wegen uns
sogar aus dem Schlaf gerissen

fesselnde Blicke von Mama und Kind


die Küche ist mit dem Notdürftigstem eingerichtet


der Schlummertrunk vorm Schlafengehen scheint hier
Tradition zu sein

Viehherden mitten auf der Straße


10:00 Uhr: Wasserverteilung für alle am Dorfbrunnen


ein Zebufuhrwerk als begehrtes Fotomotiv für Touristen


die Straße führt mitten durch den Fluss - nebenbei wird gefischt,
gebadet und auch die Wäsche gewaschen

die Transportmittel werden bis zum
letzten Platz genutzt


wer kennt den richtigen Weg???


Fremde in unserem Dorf, das müssen
wir uns genauer ansehen

Wir ratterten gerade gemütlich durch die fremde und trockene Landschaft, bestaunten die zahllosen Zebugespanne, die vor allem zum Wassertransport eingesetzt werden, als wir plötzlich ein leichtes "Stottern" unseres Busses spürten. "Kein Grund zur Beunruhigung" meinte unser Fahrer, also setzten wir die Fahrt fort. Besonders weit kamen wir allerdings nicht mehr, bevor unser Bus zum Stillstand kam: in einem kleinen Dorf mitten in der Halbwüste, zur Mittagszeit bei ca. 35 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 %!!!

Unser Fahrer lächelte und beschwichtigte den Vorfall. Der unfreiwillige Zwischenstop sollte höchstens einige Minuten dauern, schließlich musste nur die Dieselleitung gereinigt und gelüftet werden. Eine gute Gelegenheit für uns, in der Zwischenzeit die Dorfschule und den kleinen "Kramerladen" zu besuchen. Als wir allerdings zum Bus zurückkehrten, merkten wir sehr schnell, dass aus dem kurzen technischen Stopp wohl eine etwas längere Wartezeit auf uns zukommen würde. Überall stank es bereits nach ausgelaufenem Diesel und als unserer Fahrer schließlich unter dem Auto hervorkam, hatte er ein Stück der abgerissenen Dieselleitung in der Hand. Tja, dumm gelaufen! Nur leider gab es in diesem Dorf keine Werkstätte, also blieb dem Fahrer nichts anderes übrig, als gemeinsam mit einem Dorfbewohner und seinem Moped in die nächste Stadt zu fahren. Für uns begann eine laaaaange Wartezeit oder besser gesagt, der erlebnisreichste und lustigste Nachmittag unserer Reise...

Die Neuigkeit über die Autopanne von Fremden hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen und bereits nach kurzer Zeit waren wir von Kindern und Einheimischen regelrecht umzingelt. Vor allem für die Schülerinnen und Schüler, die während der Mittagspause zu uns eilten, waren wir die Attraktion des Tages. Auch unsere mitgebrachten Geschenke (bunte Luftballons, Teddybären, Kugelschreiber uvm.) wurden gierig, aber dankbar in den Arm genommen und brachten die rehbraunen Kinderaugen zum Strahlen. Unbeschreiblich schöne Fotomotive! Die Lust am Fotografieren und Betrachten der Bilder wurde zur großen Leidenschaft der Kleinen und aller Anwesenden.

Nachdem die Kinder wieder zum Schulunterricht zurückgerufen wurden, genossen wir die Gastfreundschaft der „Krämerfamilie“, die uns sofort mit gekühlten Getränken und Palmzucker bewirtete. Zur Feier des Tages wurde auch der überdimensionale Lautsprecher eingeschaltet, der nicht nur uns, sondern das ganze Dorf mit kreischender Musik zwangsbeglückte. Da von einer Weiterfahrt noch keinesfalls die Rede war, begaben wir uns anschließend gemeinsam mit Nang auf eine Dorferkundungstour. Wir waren überrascht und erfreut, mit welcher Gastfreundschaft und Herzlichkeit wir von allen empfangen und aufgenommen wurden.


Dank der Autopanne dürfen wir die
Gastfreundschaft der Einheimischen
genießen

für die seltenen Besucher werden die
besten Plastikstühle bereitgestellt

Mittagspause in der Schule: natürlich sind wir
die Attraktion des Tages

neues Lieblingshobby: Fotografieren


KInder über Kinder winken in die Kamera


neugierig inspizieren die Kleinen unseren Bus


ein Luftballonspiel für zwischendurch


zum Knuddeln süß

stolz schüttelt der Kleine
die Hand eines Weißen

unser Fahrer mit der defekten
Dieselleitung

mit dem Motorrad gehts in die nächste
Stadt zur Reparatur


wir haben Zeit für weitere Besuche:
Oma mit XXL-Brille


hauruck -
trotz tatkräftiger Unterstützung kommt unser Taxi nicht in Fahrt


wir genießen den Nachmittag bei unseren neuen Freunden


ob zu Fuß oder mit dem Auto: die Strecke bleibt
die gleiche - gute Reise ihr zwei! ;-))


Der Rundgang durch das Dorf erweckte den Eindruck, als ob wir plötzlich 100 Jahre oder vielleicht noch mehr zurückversetzt worden wären. Kleine Höfe, ein Zebu, einige Ziegen und ein paar Hühner - viel mehr haben die Bauern meist nicht. Und trotzdem strahlen sie eine Freude und eine Zufriedenheit aus, die seinesgleichen sucht. Eine besondere Attraktion waren für uns die vereinzelten Brunnen im Dorf, die gemeinsam genutzt werden und an denen wir auch die Körperpflege der Einheimischen erleben konnten. Geduscht bzw. gewaschen wird mit der Kleidung, indem man sich einfach einen Kübel kaltes Wasser über den Kopf schüttet. Brrrrrr!

Da wir in der Zwischenzeit immer noch keine Neuigkeiten von unserem Fahrer erhalten hatten, wurden wir schließlich ins benachbarte Kloster zu einem Besuch eingeladen. Der älteste der dort anwesenden Mönche erklärte uns eindrucksvoll den Tagesablauf im Kloster, in dem u.a. 15 Novizen (Mönche im Kindesalter) wohnen. Tagwache ist um 4.15 Uhr, dann wird gebetet. Anschließend muss jeder Mönch ausziehen, um im Dorf Nahrung zu sammeln, bevor um 11 Uhr die letzte Mahlzeit des Tages eingenommen wird. Am Nachmittag wird wieder gebetet und im Kloster gearbeitet. Falls es die Stromversorgung erlaubt, wird bis 22 Uhr gebetet und studiert. Und das ganze 7 Tage in der Woche! Ein burmesischer, buddhistischer Mönch darf übrigens nur 8 Sachen besitzen: sein Mönchsgewand, eine Matte (auf der er sitzt und schläft), seine Essensschale, ein Rasiermesser (für die Glatze), einen Fächer, ein Gebetsbuch sowie Nadel und Faden.

Die Sonne sank immer tiefer und die Temperaturen wurden angenehmer, aber von unserem Fahrer fehlte leider noch immer jede Spur. Unglücklicherweise funktionierten hier auch weder Handys noch Telefone und so hieß es weiter abwarten. Als uns schließlich die erlösende Nachricht von der Rückkehr unseres Fahrers erlangte, wurde diese durch die nicht reparierbare Dieselleitung wieder getrübt.
Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns von einem der zahllosen, vollbeladenen und vollbesetzten Busse abschleppen zu lassen. Mit Papa als Kühlerfigur vorne auf dem Dach des Busses war es eine lustige Abwechslung - sowohl für uns als auch für alle übrigen Fahrgäste und sämtliche Leute entlang der Straßen. Alle schauten und winkten und kicherten und lachten. Nach Einbruch der Dunkelheit hatten wir die nächste Stadt erreicht und konnten schließlich mit einem Ersatzbus die Reise nach Mandalay fortsetzen.

Mit einer Verspätung von mehr als 6 Stunden, erschöpft und voller einmaliger Erlebnisse erreichten wir unseren Aufenthaltsort für die nächsten Tage. DANKE für den beeindruckenden und unvergesslichen Tag, der gewiss in keinem Reisekatalog der Welt buchbar ist. Wir sind stolz, dass wir diesen Tag erleben durften!


die beiden Mädels sind von unseren
Geschenken begeistert

hoppa, hoppa Reiter,...

der junge Mönch des Klosters lud uns spontan zum
Besuch ein und erzählte uns vom Klosterleben

um 4.15 Uhr Tagwache, dann beten und arbeiten
und wieder beten - wenn die Stromversorgung
funktioniert bis 22 Uhr!

Novizen (junge Mönche) prägen das buddhistische Land

ein gemeinsames Foto zur Erinnerung

herrlich blühende Blumen

Geschwisterliebe

Futterschneiden mit einfachsten Mitteln: einfach treten
und schneiden - und auf die Finger aufpassen!


Zeit zum Hausaufgaben machen


burmesische Mathematik


voller Stolz zeigt uns
die Bäuerin ihr Haus

das Haus ist gemauert, eingerichtet und außerdem haben sie
einen Fernseher (eine der seltenen Ausnahmen!)

alle wollen aufs Foto

Afrika in Burma?

ein leckerer Snack für Zwischendurch:
süßer Knödel aus Palmzucker und Kokos


die Frau kurbelt, um Wasser aus dem
Gemeinschaftsbrunnen zu schöpfen


beim Zigarettenwuzeln


Gemeinschaftsduschen am Dorfbrunnen

Erfrischung pur

gewaschen wird mit Kleidung

Körperhygiene wird hier groß geschrieben

Opa geht zum erfrischenden Aufguss

unser Abschleppdienst in die nächste Stadt -
Papa klettert mit Hilfe auf das Dach des Busses

ein erlebnisreicher und lustiger Tag

Sandra im abgeschleppten Taxi

Papa genießt die Aussicht

Hilfsbereitschaft zeichnet die
Bevölkerung aus

durch das Kauen der Betelblätter werden die Zähne mit der Zeit ganz schwarz

winke, winke und bis bald!

Ob unsere Reise derart spektakulär weiterging, erfährt ihr demnächst auf www.vormoos.at - wir freuen uns auf euren Besuch!

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