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Armes reiches Burma -
Reise ins goldene Land der Pagoden (Teil III)
17. - 31. August 2008

Nach der abenteuerlichen Fahrt nach Mandalay mit unbeschreiblichen Reiseerlebnissen ging unsere Erkundungstour weiter. Mandalay zählt mit 1,2 Mio. EinwohnerInnen nach Yangon zur zweitbedeutendsten Stadt Myanmars und beeindruckt vor allem durch die Vielfältigkeit ihrer Handwerke. So stand für uns als erster Tagespunkt die Besichtigung eines Blattgoldherstellungsbetriebes auf dem Programm. Die Goldstärke des Blattgoldes wird hier nicht durch einfaches Walzen erzielt, sondern erfordert vollen Körpereinsatz der Arbeiter. Auf einem „heiligen Arbeitsplatz“ werden die Goldkügelchen zwischen Hirschlederlappen eingespannt und im rhytmischen Takt der Hammerschläge bis zur gewünschten Stärke (in der Regel 7 Stunden) geschlagen. Ein wirklich hart verdientes Geld! Beliebt ist das Blattgold vor allem als Geschenk an Buddha.

Vor dem Betrieb trafen wir zufällig auf eine Gruppe betender Nonnen, die 1 bis 2mal wöchentlich von Haus zu Haus ziehen und um Spenden (meist ungekochte Nahrungsmittel) bitten. Da es in Mandalay rund 50.000 Klöster gibt, gehört das Bitten um Nahrung zum burmesischen Alltag. Nach dieser interessanten Begegnung führte uns unsere Reiseleiterin Nang zu einem der größten Heiligtümer: der Mahamuni oder Arakan Pagode mit der größten und ältesten Buddhastatue Myanmars. Viele Gläubige spenden hier Goldplättchen, die nur von Männern auf die Figur aufgebracht werden dürfen. Die Goldauflage durch diese Spenden soll bereits 15 cm betragen - eine unvorstellbare Goldmasse!

Direkt neben diesem Heiligtum sind die zahlreichen Steinmetzbetriebe zu finden, in denen die Buddha-Statuten meist aus weißem Marmor herausgemeisselt werden. Eine ziemlich harte und vor allem verdammt staubige Arbeit, auch wenn heutzutage die "Flex" und der Presslufthammer viel mühsame händische Meißelarbeit abnehmen. Übrigens ist das Ausführen von Buddha-Statuen aus Myanmar verboten.


Nang erklärt uns die
Herstellung von Blattgold

an diesen heiligen Arbeitsplätzen wird Blattgold gehämmert

in 7 Stunden entsteht ein Goldplättchen -
viel Spaß beim Hämmern, Papa! ;-))

Jungfrauen "verpacken" das Blattgold

Souvenirs als kleines Andenken -
die Auswahl fällt verständlicherweise schwer

Nonnen bitten um eine Mahlzeit

sie ziehen betend von Haus zu Haus

typisch burmesische Papierschirme


Mönch-Sondertransport in die Stadt


Mönch Patrick führt uns hinter die Kulissen

Myanmars älteste und vermutlich größte bronzerne
Buddhastatue in der Arakan-Pagode

gläubige Männer beim Spenden von Goldplättchen

Frauen opfern Speisen und Blumen
zu Ehren Buddhas


der bronzerne Elefant als Wunschfigur -
dieser hilft bei Kopfschmerzen


buddhistisches Ritual:
eine Tasse Wasser für jedes Lebensjahr

ein Buddha-Steinmetzbetrieb -
das Ausführen dieser Figuren ist verboten

eine sichtlich anstrengende und vor allem staubige Arbeit

Frauenhände übernehmen den Feinschliff

der Künstler verziert mit dem Pinsel

Fahrt durch das Elendsviertel

trostlos und erschütternd: Blick auf die Slums von Mandalay

zu Besuch in der U Tayzawuda Klosterschule


Zu unserem persönlichen Highlight des Tages zählte zweifelsfrei der Besuch der U Tayzawuda Klosterschule, in der die Ärmsten der Armen unterrichtet werden. 700 Kindern aus dem Elendsviertel wird hier die Möglichkeit geboten, Lesen und Schreiben zu lernen. Alle schätzen den Wert von Bildung und sind dankbar, wenn sie in die Schule gehen dürfen. An diesem Vormittag boten sich uns überwältigende Impressionen. Besonders beeindruckend war für uns die vorherrschende Lernmethode, bei der alle Kinder im Klassenzimmer gemeinsam laut lesen und lernen. Unvorstellbar, wenn man auf das Schulgelände kommt und alle 700 Kinder auf einmal hört. Aufgrund des großen Andrangs fehlt es allerdings bereits an der Grundausstattung: So sind Klassenräume mit 50 - 100 Kindern keine Seltenheit und das Lernen am Boden zählt aufgrund fehlender Tische und Bänke für viele zur traurigen Realität. Wir haben uns deshalb spontan entschlossen, ein kleines Zeichen zu setzen und spendeten einige Schulgarnituren. Diesem Beispiel hat sich erfreulicherweise auch der Moosdorfer Friedensdialog bereits angeschlossen und 15 Schulgarnituren gesponsert. Vielen Dank im Namen der Kinder!

Ein weiteres beeindruckendes Erlebnis war die Essensausgabe zur Mittagszeit. Rund 700 Schülerinnen und Schüler und zahllose arme Kinder aus den Slums und den Elendsquartieren der Umgebung erhielten hier von den Mönchen ihr Mittagessen: eine Tasse gekochten Reis. In schier endlosen Schlangen und lediglich mit uralten Plastiksackerln ausgestattet holen sich die Kinder die Mittagsration und bringen mit ihren strahlenden, dunklen Kinderaugen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. Dies sollte wohl auch ein Zeichen für uns sein, die wirklich wichtigen Dinge des Lebens wieder mehr zu schätzen und die oft elendslangen Forderungskataloge ein bisschen zu relativieren.

Nach diesen unvergesslichen Stunden stand der Nachmittag wieder mehr unter dem kulturellen Aspekt. Nach dem Besuch des im zweiten Weltkrieg zerstörten und später wieder rekonstruierten Königspalastes zeigte uns Nang das "größte Buch der Welt" in der Kudhodaw Pagode. Angeblich wurde die Lehre Buddhas von 5000 Helfern in acht Jahren auf 729 schwere und beidseitig beschriftete Marmorplatten gemeisselt. Zum Lesen dieser 729 Tafeln werden 450 Tage benötigt.

Unser letzter Programmpunkt des Tages war die Besteigung des Mandalay Hill. Der Hügel ist 240 m hoch und muss barfuß auf einer überdachten Treppe mit etwa 1700 Stufen erklommen werden. Es schien als würde uns die ganze Stadt Mandalay zu Füßen liegen. Der unbeschreibliche Blick auf die vielen Stupas, Tempel und Pagoden, auf die durch die starken Monsunniederschläge überfluteten Reisfelder, die Shan Berge und auf den Ayeyarwady-Fluß umrahmt von einem wunderschönen, beinahe kitschigen Sonnenuntergang bildete den Abschluss eines unvergesslichen Tages in der Ferne.


in dieser Klosterschule im Elendsviertel werden 700 Kinder
und Jugendliche unterrichtet


der Abt und sein Stellvertreter führen uns durch die Klassen
und informieren uns die akutelle Situation


auch kleine Mönche scherzen gerne

einfach süß!

auch Mönche wissen den Wert
von Bildung zu schätzen

50 bis 100 Kinder müssen sich ein Klassenzimmer teilen

Papa erzählt den Kindern von unserer Heimat
und verschenkt begehrte Kugelschreiber

die Klassenräume sind bis in den letzten Winkel gefüllt


ein typisches birmesisches Schulbuch


Kinder, Novizen und Mönche - unsere Lieblingsfotomotive


leider fehlt es an Schulbänken und Stühlen -
das Lernen am Boden gehört für viele zum Alltag


Burmesisch für Anfänger


alle Kinder freuen sich über unseren Besuch


der Abt mit den kleinen Novizen

Fotografieren ist für die Kleinen ein besonderes
Vergnügen


der kleine Mönch möchte gerne
auf jedem Foto sein


strahlende Kinderaugen trotz Armut


mit dem Plastiksackerl zur Reisverteilung


faszinierender Blick eines faszinierenden Menschen


der Abt und sein Stellvertreter sind dankbar
für unsere Unterstützung


ein unvergessliches Erlebnis - vielen Dank für die
gewonnenen Eindrücke


Blick vom Königspalast auf den Mandalay-Hill


König Mindon und seine Hauptfrau (die Nordfrau)


beeindruckende Bilder
in der Palastanlage

Papa vor einer der Kanonen

die Häuser der Königinnen

Sandra und Papa vor einer Empfangshalle

Shwenandaw Kyaung -
ein ehemaliger Teil des Königspalastes aus Teakholz


der Haupteingang der buddhistischen Uni in Mandalay


an allen Ecken gibt's kleine Standerl fürs leibliche Wohl


Versteckspiel hinter Mamas Rücken

der Eingang zur kitschigen Sandamuni Pagode

in diesen Pagoden offenbart sich uns
das größte Buch der Welt ...

eine der 729 Marmortafeln mit
eingemeißelten buddhistischen Lehrtexten

ein Telefonat nach Österreich kostet ein kleines Vermögen -
wir schicken lieber Rauchzeichen


"gut gebrüllt Löwe" -
der Tempelwächter bewacht sein Reich


wissenshungrige Mönche "flascheln" die Touristen aus


die Liftstation auf dem Mandalay Hill

Blick auf die vom Monsun überfluteten Reisfelder

Sandra und Mönch Toni fachsimpeln
über Gott und die Welt

gemeinsames Erinnerungsfoto mit einer Studentin
am Mandalay Hill

kitschig schöner Sonnenuntergang


Sprache verbindet:
deutsch-burmesischer Wechselunterricht


der hochwasserführende Ayeyarwady-Fluss im
Glanz der untergehenden Sonne


Am nächsten Tag hieß es bereits in aller Buddhas-Frühe "raus aus den Federn", um wieder möglichst viel zu sehen und zu erleben. Unsere Reiseleiterin, der an dieser Stelle ein dickes Lob für ihr Engagement und ihre Bemühungen gebührt, führte uns heute in die alte Königsstadt Amarapura. Die besondere Attraktion in Amarapura ist die im Jahre 1784 erbaute U Bein Brücke, die über den Taungthaman See führt. Sie ist mir ihren 1.200 m die längste Teakholzbrücke der Welt und nach ihrem Erbauer U Bein benannt. Fast anschließend an die U Bein Brücke findet man das im 19. Jahrhundert erbaute Bagagy Kyaung Kloster, das heute von rund 1200 Mönchen bewohnt wird. Ein einmaliges Schauspiel war hier die mittägliche Ausspeisung. Punkt 11 Uhr treten alle 1200 Mönche in schier endlosen Schlangen an, um unter völliger Stille und ohne Drang das Mittagessen entgegen zu nehmen. Ein wahrhaftig nachdenklich stimmender Anblick.

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen mit Reis, Fleisch und Früchten machten wir uns auf den Weg nach Sagaying. Nachdem wir mit einer primitiven Fähre über den Ayarawady übersetzten, ging's mit einer kleinen Pferdekutsche ins Bonzan Kloster. Von unserem Fuhrwerk aus konnten wir viele Burmesen sehen, die mitten in den überfluteten Reisfeldern standen und hier fischten und Gold suchten.


die U Bein Brücke in Amarapura - mit 1200 m die längste
Teakholzbrücke der Welt


Sandra wird wie eine "Göttin" verehrt ;-))


Ganzkörpereinsatz beim Fischen


in der Küche im Mahagandayon Kloster:
Opa hackt Gemüse für den Eintopf

Sandra bei der Reisausgabe:
Wer mag noch eine Schaufel voll???

eine Familie aus Bagan spendet das heutige Mittagessen

verhüllt und stillschweigend geht's
zur Essensausgabe

Anstellen in Reih und Glied ohne Drang und Eile


1200 Mönche warten auf die Essensausgabe -
hier herrscht Ordnung, Disziplin und absolute Ruhe


jeder Mönch erhält heute eine Schüssel Reis und 2 Ä
pfel


stummer und genussloser Verzehr des Essens
im Speisesaal

ab Mittag heißt's für alle Mönche Fasten

selbst die jüngsten Novizen müssen
das Ritual einhalten

Essensreste werden an die
Armen verschenkt

ein Gemeinschaftsfoto der heutigen "Spenderfamilie"

Besuch in der Seidenweberei

Sandra in der traditionellen Kleidung:
dem Longhi

wir schütteln Buddha
Nr. 472 die Hand *gg*

Blick auf den Ayeyarwady- Fluss mit einer Pagode


Papa lernt das Silbergießen


fleißige Verkäuferinnen am Ufer des Flusses


Kutschenfahrt zum Bagaya Kyaung Kloster

die typische Landschaft:
Palmen zwischen den Reisfeldern

$ 2,00 Trinkgeld sorgten für ein Freudentänzchen
bei unserem Kutscher

das Bagaya Kyaung Kloster -
erbaut aus fast schwarzem Teakholz

während der Lehrer die Zeitung liest ...

... müssen die Novizen laut
lesen und lernen

Versteckspiel mit Buddha?!?

einheimische Köstlichkeiten am Straßenrand

abendlicher Spaziergang durch den Kaingdan Obst- und
Gemüsemarkt:die Babies und Kinder sind immer und überall dabei


Elvis lebt ...


Betelblätter werden zum Verkauf sortiert


die Betelnuss wird gemeinsam mit aufgestrichenem Kalk und
Zutaten wie Tabak, Anis, Zimt, Minze in ein Palmblatt gewickelt

durch das Kauen der Betelnussblätter
färben sich die Zähne erst rot und
später schwarz

Sandra mit einem Verehrer???

ein Küsschen fürs gemeinsame Foto

Unsere Myanmar-Reise neigt sich bereits dem Ende. Der letzte Teil unserer Reise führte uns an den traumhaften Inle-See, der vor allem durch die Einbeinruderer und die schwimmenden Gärten bekannt ist. Laßt euch überraschen!
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