<<zurück>>

"Expedition" in den fernen Osten: Vietnam
Teil II
August 2006

Heute geht unsere Reise von der Halong-Bucht zurück nach Hanoi, der Hauptstadt Vietnams. Welches Glück wir mit der Besichtigung der Ha-Long-Bucht hatten, erfuhren wir übrigens am nächsten Tag von unserer Reiseleiterin Nga: Wegen dem aufkommenden Taifun über Nordvietnam und Südchina mußte die eindrucksvolle Naturlandschaft für etwa 14 Tage für den Bootsverkehr gesperrt werden. "Buddha" sei Dank, dass wir die Möglichkeit hatten, die Ha Long-Bucht so zu genießen wie sie ist - einmalig und zu recht "Weltnaturerbe der UNESCO". Erschreckend waren jedoch die Bilder über das Ausmaß der Verwüstung, das Taifun " Prapiroon" nach sich zog und die wir auf CNN zu sehen bekamen: neben gewaltigen Überschwemmungen und zahlreichen Evakuierungen forderte Prapiroon leider auch einige hundert Todesopfer.

Zurück in der Hauptstadt Vietnams legten wir einen kurzen Zwischenstopp im Schlangendorf (einem eigenen Stadtteil Hanois) ein, um den kulinarischen Höhepunkt unserer Rundreise zu genießen: Schlange! Gespannt und mit einem undefinierbaren Gefühl im Magen lauschten wir den diesbezüglichen Informationen unserer Reiseleiterin Nga. "Die Schlangenshow sparen wir uns besser bis nach dem Essen, sonst vergeht euch vielleicht noch der Appetit", so lauteten ihre weisen Worte. Vietnamesische Schlangen-Schmankerl werden nur mit extra gezüchteten Giftschlangen (normalerweise Kobras) in verschiedensten Variationen zubereitet: gekocht, gebraten, versteckt in Frühlingsrollen, serviert als Schlangensüppchen oder eingelegt in Hochprozentiges. Hier gilt die (am eigenen Leib erprobte ;-)) Faustregel: Je giftiger die Schlange, desto besser das Tröpfchen! Gekochtes Schlangenfleisch schmeckt übrigens ein wenig zäh und unspektakulär. Wir bevorzugten eindeutig die gebratene Zubereitungsform der Reptilien, da der Geschmeck in diesem Falle sehr stark Hühnchenfleisch ähnelt.
Unser "Schlangenschlemmen"-Testurteil: Nicht alltäglich und interessant, aber absolut genießbar - eben ein besonderes kulinarisches Erlebnis!

Mit vollem Magen und dem Verlangen nach einem kräftigen Schluck von unserer "persönlichen" Medizin (Omas Zwetschkenschnaps ;-)) starteten wir mit der Sightseeingtour durch Hanoi. Ein Dschungel, den man nur mit kundigem Führer durchquert, für die einen, ein kleines Paradies, aus dem man am liebsten gar nicht mehr weg will, für die anderen. Hanois größte Attraktion sind nicht einzelne Sehenswürdigkeiten, sondern das einzigartige Ensemble seiner historischen Altstadt. Ein magischer Ort. Ein Ort zwischen den Zeiten (aus Reise Know How Vietnam). Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum mit der Ehrengarde, die Ein-Pfahl-Pagode Chua Mot Cog (eines der ältesten Baudenkmäler Hanois), der zu Ehren von Konfuzius im Jahre 1070 erbaute Literaturtempel Van Mieuurde sowie der Hoan-Kiem-See (See des zurückgegebenen Schwertes) stellten nur einige der "Höhepunkte" Hanois dar, die wir an diesem Nachmittag kennenlernen und erleben konnten.

Als Draufgabe wurden wir schließlich mit der Rikscha durch das "alte Hanoi" chauffiert. Während die Fahrer eifrig und (je nach Gewicht des Fahrgastes mehr oder weniger) fest in die Pedale stiegen, genossen wir die luftige Stadtrundfahrt durch das chaotische Labyrinth kleiner Gassen voller Waren, Menschen, Verkehrsmittel, Geräusche und Gerüche. Als letzter Höhepunkt des Tages stand schließlich der Besuch des traditionellen Wasserpuppentheaters auf dem Programm. Eine Stunde "genossen" wir typisch vietnamesische Musik mit Gesang, ohne eigentlich zu wissen, worum es geht. Nichtsdestotrotz ist diese Kunstform etwas Besonderes und zählt zu einem Muss für jede(n) Vietnam-Reisende(n). Zur Information: Die Bühne besteht aus einem Wasserbecken und die AkteurInnen stehen hinter einem Vorhang. Von dort aus bewegen sie mittels Stangen und Seilzügen die 30 cm bis 1 m großen und 1 bis 5 kg schweren Holzpuppen im Wasser. Erstaunlich, was mit dieser alten Technik möglich ist!


Hunger oder kulinarische Probierfreudigkeit -
was treibt TouristInnen ins Schlangenrestaurant?


hier kommt unser Mittagessen, Kobra!


vorsichtig wird der erste Bissen genossen


Testurteil: Na ja!

ob der so schmeckt, wie er aussieht???

leider nur eine kleine Ration Schlangenschnaps für uns


eine süsse Nachspeise: Kobra mit Lotuskernen in Pflaumensaft, lecker ;-))


dem Koch über die Schulter geschaut:
ein Leguan kommt in den Wok


jeder Gang wird vor dem Verzehr genauestens dokumentiert


vielseitige Kobra: als dritter Gang gebraten mit Broccoli und Wasserspinat


unsere Reisegruppe im "vollbesetzten" Bus
mit Fensterplatz für alle


ein kleines vietnamesisches Heiligtum:
das Mausoleum von Ho Chi Minh


Vietnams Nationalflagge: Goldener Stern auf rotem Grund
als Symbol für Reichtum

die Einpfahlpagode "Chua Mot Cot" wurde im Jahre 1049 erbaut


alle lauschen gespannt Ngas Erzählungen


Papas Hut steht allen gut!

ein Meisterwerk der Gärnterkunst:
uralte, wunderschöne Bonsai

Edith, welche Frisur willst du? *gg*

eines der Tore zum Literaturtempel

Nga weiht uns in die Geheimnisse der vietnamesichen Sprache ein:
"MA", ein Wort mit 6 verschiedenen Bedeutungen


beeindruckende Informationen im Literaturtempel Van Mieu


der Löwe als Glücksbringer: ein beliebtes Fotomotiv

der große Haupthof - er war dem Kaiser vorbehalten


Khai Thanh: ein den Eltern des Konfuzius geweihtes Heiligtum


die rote Brücke (Brücke der aufgehenden Sonne)
führt zur Insel Ngoc Son


die Schildkröte zur Legende des Hoan-Kiem-Sees: sie wurde 1968 aus dem See gefischt, war über 250 kg schwer und weit über 400 Jahre alt


Rikschas in Reih und Glied


zum Abschluß des Tages ein Besuch im Thang Long Wasserpuppentheater: eine Stunde Kulturgenuss mit vietnamesicher Musik, Gesang und Marionetten

Sandra, unsere Sekretärin, bei ihren Tagebuchaufzeichnungen


Edith und Sandra vor dem Airbus der Vietnam-Airlines -
Flug nach Hue (Zentralvietnam)


Nach einer erholsamen Nacht in unserem Hotel ging unsere Erkundungstour am nächsten Tag weiter. Ein Airbus der Vietnam-Airlines brachte uns in weniger als 1 Stunde (rund 850 km) von Hanoi in die Universitäts- und alte Kaiserstadt Hue. Hier empfing uns unser neuer Reiseleiter Thai mit dem Ziel, uns in den nächsten Tagen durch Zentralvietnam zu führen und die Besonderheiten zu besichtigen. Nach der Ankunft gab's erst einmal Kultur, viel Kultur! Bereits vor dem Haupttor warteten gigantische Kanonen (Heilige Kanonen), mit denen aber zum Glück nie geschossen wurde. Im Reich der Kaiserdynastien angelangt, wurden wir regelrecht in die Vergangenheit zurückversetzt und staunten über den baulichen Prunk der Mauern, Tore, Gärten und Paläste. Als Bindeglied zwischen Himmel (Gott) und Erde wurde der Kaiser regelrecht verherrlicht: Himmel – Kaiser – Erde, diesen Hinweis findet man überall. Ähnlich wie die verbotene Stadt in Peking ist auch diese Anlage konzipiert. Im Inneren lebte der Kaiser mit seinem Hofstaat, den Beamten, seinen Konkubinen und den Eunuchen. Angeblich waren auf diesem über 5 km² großen Areal bis zu 50.000 Menschen tätig. Der letzte Kaiser Bao Dai hat übrigens erst im Jahre 1945 (mit Ho Chi Minhs Machtübernahme) abdanken müssen. Er musste das Land verlassen, durfte nicht mehr einreisen und ist 1997 in Frankreich verstorben.

Leider machten die Amerikaner im letzten Krieg auch vor diesem „Weltkulturerbe – dem Kaiserpalast Hue“ nicht Halt und kämpften und bombardierten vieles bis auf die Grundmauern. Erschreckend, der Vergleich zwischen Prunk und Ruine! Nach einer ausgedehnten Führung von mehreren Stunden war's wieder an der Zeit aufzubrechen, um ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Hue zu besichtigen: die Thien Mu Pagode. Das Besondere an dem 21 m hohen, achteckigen und siebenstöckigen Turm ist, dass jedes Stockwerk einem anderen Buddha gewidmet ist. Zum Abschluss des Tages fuhren wir schließlich mit einem der Drachenboote auf dem Parfümfluss ins Zentrum der Stadt zu unserem Hotel „Ngac“.


Blick auf den Flaggenturm vor dem Kaiserpalast in Hue

ein sichtlich stolzer Rikschafahrer ;-))


das Mittagstor beim Eingang zum Kaiserpalast Hoang Thanh


die Damen wollen genaue Informationen über den Kaiser und seine Konkubinen

unser Reiseleiter Thai -
immer für ein Späßchen zu haben


eins der wundervoll renovierten Tore


so hinterließen die Amerikaner die Kaiserstadt


kein Wunder, dass wir so viele Fotos haben ;-))

Blick von der Ruine zum Westtor Chuong Duc

für manche vielleicht kitschig, aber trotzdem schön


die Museumswärter: momentan keine Zeit für die Besucher,
es läuft ein Fußballmatch im Fernsehen!


Sandra auf Motivsuche

Motiv gefunden! Die Halle der höchsten Harmonie (Dien Thai Hoa)

Thai und Bernd beim Fachsimpeln

Fotopause!

eins der Wahrzeichen von Hue:
die Thien Mu Pagode

21 - 22 - 23 - ... hoppauf!

Thai erklärt Pepi die Pagode

Abendstimmung am Parfümfluss

Edith und Sandra genießen den Sonnenuntergang


unterwegs mit dem Drachenboot Richtung Zentrum Hue


ein Blick vom Hotel über das abendliche und farbenprächtige Hue

und jetzt freuen wir uns auf das gemeinsame Abendessen


mit Liebe dekorierte Garnellen


Edith spielt Vorkosterin: frisch gebackene Spießchen auf Zitronengras


Khoai zeigt sein Können am Dan Bau -
ein Resonanzkörper mit nur einer Seite, das fremdartige Töne erzeugt

Yvonne, Edith, Pepi und Alfons lauschen den
gewöhnungsbedürftigen Tönen

Sandra mit ihrer neuen Freundin Hong


Nach einem ausgezeichneten Abendessen machten wir uns wieder einmal „selbständig“ und erkundeten die Stadt zu Fuß. Es war beeindruckend, was wir hier alles erleben konnten. Vor allem am Fluss gab's allerhand neues für uns. Hier fanden wir beispielsweise einen Brief- oder Schriftenmaler, der im Auftrag Fremder Liebesbriefe als Wandbehang künstlerisch gestaltet. Einige Meter weiter wartete eine Großfamilie mit unzähligen Kindern auf ihr Abendessen: Reis. Heute zur Abwechslung mit Gummibärchen (unser kleines Dankeschön für das Foto)! Schließlich lernten wir bei unserem Rundgang den Rikschafahrer Long kennen, der uns witzigerweise auf Deutsch ansprach und uns einen kleinen Eindruck seines Sprachschatzes spüren ließ. Long spricht neben vietnamesisch und chinesisch auch noch deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch - ohne jemals die Schulbank gedrückt zu haben! Wir staunten nicht schlecht, als er uns sein Tage- oder Tourenbuch zeigte, worin er Eintragungen von Fahrgästen aus der ganzen Welt sammelt. Tja, dank uns hat er jetzt endlich auch einen Eintrag von VormooserInnen! ;-))

Bei unserem nächtlichen Bummel kamen wir natürlich auch bei zahlreichen Geschäften und Geschäftchen vorbei, als uns plötzlich eine junge Frau ansprach und ihre maßgeschneiderten Kleidungsstücke anpries. Ein Anzug bzw. ein Seidenkostüm kostete lediglich 39 US Dollar, ein Hemd bester Seidenqualität gibts für etwa 10 Euro - noch dazu mit Liefergarantie innerhalb weniger Stunden (z.B. um 23 Uhr bestellt, nächsten Morgen um 7 Uhr geliefert). Ein derartiges Angebot konnte Papa beim besten Willen nicht ausschlagen...


vietnamesisch gepokert

eins unserer Lieblingsmotive: Marlboro-Oma & Opa


die Kids beim Abendessen im Park


ein vietnamesischer Liebesbrief auf Bestellung


Maßnehmen fürs neue Seidenhemd

Danke, das Maßhemd sitzt wie angegossen

Sandra lernt vietnamesisch: Ao = Österreich

interessantes Zusammentreffen mit dem Sprachgenie Long

gemeinsam mit Lai und Long auf einen letzten Drink ins bekannte DMZ


ein erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende - Gute Nacht!


Bald geht unsere Reise weiter! Hoffentlich begleitet ihr uns wieder - wir freuen uns!
<<zurück>>